Toshiba soll Samsung auch Speichergeschäft angeboten haben

28. August 2001, 14:58
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Gespräche mit Infineon laufen weiter

Der japanische Konzern Toshiba hat seine Speicherchipsparte offenbar der südkoreanischen Samsung Electronics zum Kauf angeboten, ist aber auch mit Infineon weiter in Gesprächen über eine Kooperation in diesem Bereich. Samsung erklärte am Dienstag, Toshiba habe Samsung das DRAM-Geschäft angeboten. Ein Infineon-Sprecher sagte dazu, die Gespräche mit Toshiba über eine Kooperation im Speicherbereich liefen dennoch weiter.

Schlimmste Nachfrageschwäche

Toshiba wollte die Angaben von Samsung und Infineon nicht kommentieren. Die Chiphersteller kämpfen derzeit mit der schlimmsten Nachfrageschwäche in der Geschichte der Branche und suchen deshalb nach Möglichkeiten der Konsolidierung.

Offiziell wurden keine Namen genannt

Infineon hatte Gespräche mit Toshiba über eine Kooperation bei DRAM-Speicherchips am Montag bestätigt, was den zuletzt arg unter Druck stehenden Infineon-Aktien moderate Kursgewinne beschert hatte. Am Dienstagmittag lagen die Titel indes weitere 1,3 Prozent im Minus bei 26,90 Euro. Toshiba hatte am Montag lediglich angekündigt, das DRAM-Geschäft ausgliedern und mit dem eines Partners zusammenlegen zu wollen, aber keine Namen genannt.

Samsung-Sprecher bestätigte Gespräche

Samsung-Sprecher Kevin Jeong sagte hingegen, der Branchenführer bei DRAM-Chips habe ein Verkaufsangebot von Toshiba erhalten. "Soviel ich weiß, hat Toshiba weltweit verschiedene Hersteller von DRAM-Chips kontaktiert", fügte er hinzu. So verhandle Toshiba möglicherweise mit japanischen Chipproduzenten wie NEC und Elpida, einem Joint Venture von NEC und Hitachi.

Preisverfall bei Speicherchips

Die so genannten Dynamic Random Access Memory Chips (DRAMs) werden vor allem in Personal Computer eingesetzt. Die Nachfrageschwäche der Computerindustrie hat in den vergangenen Monaten zu einem dramatischen Preisverfall bei Speicherchips geführt, der die DRAM-Hersteller zum Teil in die roten Zahlen zieht. Toshiba hatte am Montag den Abbau von 19.000 Stellen angekündigt und erwartet im laufenden Geschäftsjahr Milliardenverluste.

Arbeitsplätze werden gestrichen

Auch Infineon will 5.000 Arbeitsplätze streichen und schließt für das zum 31. September endende Geschäftsjahr ein negatives Ergebnis nicht aus. Im vergangenen Geschäftsjahr hatten Speicherchips noch mehr als Drei Viertel des Konzerngewinns ausgemacht.

Keiner will DRAM-Sparte haben

Analysten sehen für Toshiba allerdings wenig Chancen, die DRAM-Sparte verkaufen zu können. Die weltweiten Chiphersteller versuchten derzeit eher, ihre Abhängigkeit von den schwankungsanfälligen Speicherchips zu verringern. "Samsung ist sicher nicht sehr interessiert an dem Angebot", sagte Jay Kim, Halbleiteranalyst bei ING Barings in Seoul.

Auch Infineon will nicht

Auch für Infineon sei ein Kauf der Toshiba-Sparte nicht sinnvoll, hieß es bei den Experten. "Das liefe der Strategie des Unternehmens total entgegen", sagte Merck-Finck-Analyst Theo Kitz. Infineon-Chef Ulrich Schumacher hatte in der Vergangenheit immer wieder betont, die Abhängigkeit von der Speichersparte reduzieren zu wollen. Eine gute Lösung ist nach der Ansicht der Analysten dagegen ein Joint Venture von Infineon und Toshiba, die auch schon bei der Entwicklung von Speicherchips zusammenarbeiten.(APA/Reuters)

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