"Papierlose" beenden Besetzung von Kirche in Lausanne

28. August 2001, 14:42
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Aktivisten aus dem Kosovo erhielten Garantien für Regularisierung

Lausanne - In der Schweizer Stadt Lausanne ist am Dienstag die Besetzung einer Kirche durch "Papierlose" (Personen ohne gültige Aufenthaltsbewilligung) zu Ende gegangen. Die neun aus dem Kosovo stammenden Aktivisten beschlossen, das Refugium nach 127 Tagen zu verlassen, nachdem sie Garantien für ihre Regularisierung erhalten hatten. Am Sonntag war eine von 80 "Papierlosen" besetzte Kirche in Freiburg von der Polizei geräumt worden.

In Lausanne hatte sich seit längerer Zeit für sieben der neun Besetzer eine Lösung abgezeichnet. Einer fünfköpfigen Familie und einem jungen Ehepaar war am Montag eine Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung bis Jänner 2002 zugesichert worden. Ihre Dossiers werden zudem in Bern als Härtefälle eingereicht. Dienstag früh wurde auch den beiden Junggesellen unter den Besetzern eine Bestätigung gewährt, die ihnen erlaubt, das Kirchenasyl zu verlassen, um ihre Arbeit wieder aufzunehmen.

Mit dem Schütteln von weißen Taschentüchern nahmen die Mitglieder der Bewegung "En quatre ans on prend racine" (In vier Jahren schlägt man Wurzeln) symbolisch Abschied von den neun "Sans-Papiers". Diese sollen auch nach ihrem Auszug aus dem Refugium weiterhin betreut werden. Sprecher der Bewegung zeigten sich vom Ausgang der Besetzung im Prinzip zufrieden, über weitere Aktionen will die Bewegung am Sonntag entscheiden. (APA/sda)

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