Erstmals keine Verurteilung nach §209

28. August 2001, 14:13
2 Postings

Prozess eines 37jährigen endete mit Diversion anstelle einer Strafe

Wien - Erstmals endete ein Prozess wegen des umstrittenen Paragrafen 209 Strafgesetzbuch - "Gleichgeschlechtliche Unzucht mit Personen unter 18 Jahren" - nicht mit einer Verurteilung des Angeklagten: Richter Thomas Schrammel verhängte im Wiener Landesgericht über einen 37-jährigen Computertechniker die Diversion.

Geldstrafe

Der Angeklagte muss innerhalb von 14 Tagen eine Geldbuße von 20.000 Schilling überweisen, dann soll das Verfahren eingestellt werden, der 37-Jährige würde weiter unbescholten bleiben. Dem müsste allerdings Staatsanwalt Michael Klackl zustimmen, der sich im Verfahren gegen diese Lösung aussprach.

"Gewissensgefangener"

Am 14. Februar dieses Jahres war der Computer-Fachmann in Untersuchungshaft gewandert, nachdem auf einen vertraulichen Hinweis hin seine Beziehung zu einem 15 Jahre alten Schüler bekannt geworden war. Zwei Wochen verbrachte der Mann im Gefängnis, amnesty international adoptierte ihn als "den seit Jahren ersten Gewissensgefangenen in Österreich".

Die Ermittlungen gegen ihn waren zunächst in Richtung Kinderpornografie gelaufen, diesbezügliche Vorwürfe hatten sich allerdings sehr schnell als haltlos herausgestellt. Im Prozess präsentierte sich der 37-Jährige voll geständig. (APA)

Share if you care.