TÜV vergleicht die österreichischen Festnetz-Anbieter

28. August 2001, 16:16
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eWave und UTA am besten bei Freischaltung - Telekom Austria baut nationale Gespräche am schnellsten auf

Wien - Alle Festnetbetreiber in Österreich sind weitestgehend zuverlässig und haben einen hohen technischen Standard. Das ist das Ergebnis eines heute, Dienstag, präsentierten Vergleichs von 15 Festnetzanbietern, der vom Technischen Überwachungsverein (TÜV) Österreich und dem oberösterreichischen Teleconsulting-Unternehmen digicom durchgeführt wurde. Getestet wurden im Zeitraum Juli bis August sowohl technische Kriterien als auch die Servicequalität der einzelnen Anbieter bei Festnetzgesprächen.

Bei den Kriterien "Freischaltung und Servicequalität" wurde laut digicom-Geschäftsführer Werner Hufnagl ein Gesamtablauf bewertet. Die beste Wertung bei diesen Kriterien erhielten die Anbieter eWave und die UTA mit dem maximalen Prozentsatz von 100. max.mobil fand sich mit 81 Prozentpunkten vor One mit 69 Prozent. An unterster Stelle stehen RSL Com (56 Prozent) und Multikom (63 Prozent). "Bei RSL Com gab es Probleme mit der Freischaltung", so Hufnagl.

Telekom Austria nicht bewertet

Bewertet wurde hier die Freischaltedauer für Privatkunden und Unternehmen, sowie die Servicequalität der Hotlines und deren Informationsgehalt in Bezug auf die Freischaltung. Wesentliche Faktoren der Bewertung waren auch die verschiedenen Möglichkeiten zur Anmeldung und Zahlung. Die Telekom Austria wurde in dieser Kategorie aus technischen Gründen nicht bewertet.

Die Bewertung der technischen Kriterien "Verfügbarkeit und Verbindungsaufbauzeit" erfolgte per Computer. Während hier Privatkunden "den Unterschied kaum spüren" würden, könnten große Unternehmen teilweise "eine halbe Stunde pro Tag" verlieren, wenn sie "bei einem langsameren Betreiber landen", so Hufnagl. Unterschieden wurde bei den technischen Kriterien zwischen nationalen und internationalen Anrufen. Der Grenzwert für die Aufbauzeit einer Verbindung wurde mit 16 Sekunden festgelegt. "Nach 16 Sekunden legt man auf, um es erneut zu versuchen", so Hufnagl. Mit Hilfe einer Wahlsoftware wurden von zehn Standorten in sieben Bundesländern insgesamt 257.185 Anrufe getätigt.

Verbindungsaufbauzeit insgesamt sehr gut

Die geringste Verbindungsaufbauzeit national wurde der Telekom Austria mit 0,98 Sekunden zugewiesen. Ähnlich schnell war auch Amiga mit 1,07 Sekunden. Bei eWave hingegen beträgt die durchschnittliche Wartezeit immerhin 1,42 Sekunden, was zugleich den schlechtesten Wert darstellt. Bei allen Betreibern wurden mindestens neun von zehn nationalen Anrufen in einer Zeit unter 16 Sekunden durchgestellt.

Die kürzeste Verbindungsaufbauzeit für internationale Gespräche kann die UTA (1,16 Sekunden) vorweisen, während eWave (2,12 Sekunden) auch hier am längsten braucht. Zudem würden bei eWave zwei von zehn internationalen Gesprächen nicht durchgestellt. NEtnet liegt mit 1,42 Sekunden ungefähr im Durchschnitt. Bei der Verfügbarkeit wurde nur von der European Telecom ein Wert von unter 95 Prozentpunkten (92 Prozent) erreicht.

Beim Test wurden 3U Telecom, Amiga, Colt, One, Cybertron, eTel, European Telecom, eWave, max.mobil, Multikom, NETnet, tele.ring, Tele2, Telekom Austria und die UTA verglichen. Priority Telecom war aus technischen Gründen nicht dabei. (APA)

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