Annan hofft weiter auf Teilnahme der USA

28. August 2001, 13:57
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UNO-Generalsekretär wundert sich über fehlendes Bewusstsein - Gespräche mit Schüssel in Salzburg

Salzburg - UNO-Generalsekretär Kofi Annan hofft weiter auf eine Teilnahme der USA an der bevorstehenden Antirassismuskonferenz in Südafrika. "Das ist eine Angelegenheit, die jedes Land und jede Gesellschaft betrifft. Ich hoffe, die USA werden in Durban teilnehmen", sagte Annan am Dienstag auf einer Pressekonferenz in Salzburg zur Entscheidung der USA, ihren Außenminister Colin Powell nicht zu der Konferenz zu entsenden. Die Entscheidung über die Zusammensetzung der jeweiligen Delegationen sei das souveräne Recht jedes einzelnen Staates, betonte Annan. Er werde sich da nicht einmischen.

Annan betont enge Zusammenarbeit

Zugleich betonte der UNO-Generalsekretär, dass er "sehr eng" mit US-Präsident George Bush und Außenminister Powell zusammenarbeite. Washington stimme auch mit ihm überein, dass der Kampf gegen den Rassismus ein vordringliches Anliegen sei. "Ich hoffe, wir werden Fortschritte erzielen", betonte Annan zu der Konferenz.

Über seine Gespräche mit dem Führer der türkischen Zyprioten, Rauf Denktas, Dienstag Nachmittag in Salzburg, meinte Annan, er wolle "heraus finden, wie wir vorwärts kommen können". Sein Wunsch sei eine Lösung für den Zypern-Konflikt zu finden, es sei aber klar, "dass wir das nicht heute erreichen werden". Er hoffe aber auf eine baldige Fortsetzung der Vermittlungsgespräche unter Leitung der UNO.

Bilaterale Gespräche mit Schüssel

Annan traf vor der Pressekonferenz zu einem bilateralen Gespräch mit Bundeskanzler Wolfgang Schüssel zusammen. Themen waren nach Angaben von Schüssel die Situation im Nahen Osten, auf dem Balkan und die finanzielle Lage der Vereinten Nationen. Erörtert wurde außerdem der bevorstehende "Kinder-Gipfel" der UNO in New York. Das Thema Kinderrechte sei "eine alte Priorität Österreichs", betonte der Bundeskanzler.

Powell-Absage bedauert

Die Vereinten Nationen haben die Absage von US-Außenminister Colin Powell zur Teilnahme an der UNO-Weltkonferenz gegen Rassismus in Südafrika bedauert. "Die Teilnahme der USA an der Konferenz ist wichtig", sagte eine Sprecherin der UNO-Beauftragten für die Menschenrechte und Generalsekretärin der Weltkonferenz, Mary Robinson, am Dienstag in Genf. Die Vereinten Nationen warteten nun ab, wer von den USA in Durban anwesend sein werde.

Das US-Außenministerium hatte die Powell-Absage mit "beleidigender Sprache über Israel" in den Konferenzdokumenten begründet. Nach Ansicht der USA wird darin Zionismus mit Rassismus gleichgesetzt. Ob die USA sich auf niedrigerer Ebene an der Tagung vom 31. August bis 7. September in Durban beteiligen werden, ist nach US-Angaben noch nicht endgültig entschieden. (APA)

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