RZB-Osteuropa-Holding soll bis Mitte 2002 stehen

28. August 2001, 17:13
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Stepic: Bis zu 49 Prozent für einen Partner

Alpbach - Im zweiten Quartal nächsten Jahres soll die geplante Holding der Raiffeisen Zentralbank Österreich (RZB) samt neuem Partner unter Dach und Fach sein, sagte RZB-Direktor Herbert Stepic am Rande des Alpbacher Bankenseminars am Dienstag. 25 bis 49 Prozent der "Raiffeisen International Beteiligung" (RIB)", die alle 13 Bankenbeteiligungen der RZB in elf osteuropäischen Ländern zusammenfassen wird, sollen an einen Partner "abgegeben" werden. "Abgegeben, nicht verkauft. Das Geld bleibt in der Gesellschaft", präzisierte Stepic.

Ausschreibungsverfahren bis Ende Oktober

Die Partnersuche läuft über ein Ausschreibungsverfahren, das Ende Oktober starten wird. Die Vorbereitungen dafür sind schon voll im Laufen: Zwei Banken hätten sich die Daten schon angeschaut, eine sei gerade dabei, und mit zwei weiteren "guten" Bewerbern sei zu rechnen, ergänzt Stepic. Sichtlich stolz zeigte sich der RZB-Manager und Pionier in Sachen Ostengagement darauf, per Jahresende den 1998 erlittenen 1,6-Milliarden- Schilling-Verlust aus dem Russlandgeschäft wieder ausbügeln zu können. "Statt vier Jahre haben wir nur drei gebraucht", sagt Stepic und fühlt sich in der Strategie bestärkt, langfristig auf einen Markt zu setzen, selbst wenn es dort kurzfristig kriselt. Aus Sicht der Banken biete die EU-Osterweiterung enorm gute Chancen. Während der Markt im Westen gemacht werden müsse, wachse er im Osten auf natürliche Weise. Nach einer ersten Kaufwelle von Konsumgütern werden die Osteuropäer in den nächsten Jahren darangehen, in langlebige Güter, etwa in Wohnungen, zu investieren. Das schaffe für Banken einen viel versprechenden Zukunftsmarkt.

Geringer Anteil privater Kredite

Wie hoch der Nachholbedarf in einigen EU-Erweiterungsländern ist, zeigte Franz Schardax von der Oesterreichischen Nationalbank (ÖNB): In Ungarn machte der Anteil privater Kredite bei den Banken (gemessen am Bruttoinlandsprodukt) im vergangenen Jahr gerade einmal 3,4 Prozent aus, in der Slowakei 4,5 Prozent, in Polen 6,1, in Tschechien 6,2 und in Slowenien 11,5 Prozent.

"Der Finanzmarkt ist ein Schlüsselelement im Transformationsprozess", betonte Peter Grasmann von der EU-Kommission. Weil die Priva_tisierungswelle vorbei sei, müsse der ausländische Kapitalzufluss künftig anders bewerkstelligt werden. (Lydia Ninz aus Alpbach, DER STANDARD, Printausgabe, 29. August 2001)

 

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