Mehr als dreihundert Leichen in Massengrab bei Srebrenica entdeckt

28. August 2001, 13:15
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Exhumierung der Toten abgeschlossen

Sarajewo - Mehr als sechs Jahre nach dem Massaker von Srebrenica sind nach bosnischen Behördenangaben die sterblichen Überreste von insgesamt 343 bosnischen Moslems gefunden worden. Allein 224 Leichen wurden in den vergangenen sechs Wochen in einem Massengrab in dem Dorf Glogova nahe Srebrenica geborgen, wie die bosnische Vermisstenkommission am Dienstag berichtete.

Ermittler des UNO-Kriegsverbrechertribunals in Den Haag hatten das Massengrab bereits im vergangenen Jahr entdeckt und zunächst 119 Leichen exhumiert. Bei den Toten handelt es sich vermutlich um Moslems, die in der Nähe des Dorfes Kravice im Juli 1995 von serbischen Einheiten ermordet wurden. Neben ihren Körpern wurden zahlreiche Kugeln gefunden.

Schätzungen zufolge wurden zwischen 7000 und 8000 Moslems getötet, nachdem die serbischen Streitkräfte im Juli 1995 die von der UNO zur Schutzzone erklärte ostbosnische Stadt Srebrenica eroberte hatten. In der Gegend um Srebrenica entdeckten Experten zwanzig Massengräber. Anfang August war der bosnisch-serbische General Radislav Krstic als einer der Hauptverantwortlichen des Massakers von Srebrenica vom UNO-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag zu 46 Jahren Haft verurteilt worden. (APA)

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