KirchGruppe zieht Antrag für EM.TV-Einstieg bei Kartellamt zurück

28. August 2001, 13:07
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25,1-Prozent-Beteiligung nicht mehr aktuell

Die KirchGruppe hat ihren Antrag beim deutschen Kartellamt auf Genehmigung des geplanten Einstiegs bei dem angeschlagenen Medienunternehmen EM.TV zurückgezogen. Das bestätigte der Sprecher des Kartellamts, Stefan Siebert, am Dienstag in Bonn. Die Kirch-Gruppe hatte sich ursprünglich die Übernahme von 16,74 Prozent der Aktien und 25,1 Prozent der Stimmrechte von EM.TV genehmigen lassen wollen. Da sich die KirchGruppe aber wie bereits angekündigt nicht mehr in diesem Umfang beteiligen will, hat sich der Antrag in der bisherigen Form erledigt.

Kirch-Beteiligung von 10 bis 15 Prozent

Der neue EM.TV-Chef Werner Klatten hatte bereits im Juli angekündigt, dass die Kirch-Gruppe ihre geplante Beteiligung reduzieren wolle. Als Größenordnung der künftigen Kirch-Beteiligung nannte er 10 bis 15 Prozent. Die KirchGruppe und EM.TV wollten sich am Dienstag zunächst nicht zur künftigen Beteiligung der KirchGruppe an EM.TV äußern. Klatten tritt sein Amt in den nächsten Wochen als Nachfolger von Thomas Haffa offiziell an.

Vor dem Rücktritt Haffas hatte sich der Einstieg der KirchGruppe bei EM.TV immer wieder verzögert. Für eine Genehmigung des Kartellamts hätte EM.TV die 45-prozentige Beteiligung am Kirch-Konkurrenten Tele München Gruppe (TMG) verkaufen müssen. Die Verhandlungen mit TMG-Chef Herbert Kloiber, der umfassende Mitspracherechte hat, gestalteten sich jedoch schwierig. Nach Informationen aus Branchenkreisen hatte Kloiber, der als Erzrivale von Leo Kirch gilt, mehrere Kaufinteressenten abgelehnt. (APA/dpa)

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