Infineon Villach baut zumindest 150 Mitarbeiter ab

28. August 2001, 14:16
posten

Beitrag zum Sparprogramm des Konzerns - Betriebsrat verhandelt Sozialplan

Klagenfurt - Die Infineon Technologies AG mit Sitz in Villach wird zumindest 150 Mitarbeiter abbauen. Dies bestätigte Unternehmenssprecherin Edita Gabler-Werthner am Dienstag gegenüber der APA. Aus heutiger Sicht sei auf Grund der derzeitigen rückläufigen Auftragslage mit dieser Zahl zu rechnen.

Bereits vor einem Monat hatte Finanzvorstand Monika Kircher-Kohl erklärt, dass auch Villach einen Beitrag zum Sparprogramm und damit zum Personalabbau werde leisten müssen. Weltweit streicht die Infineon Technologies AG München rund 5.000 Arbeitsplätze.

Kündigungen nicht vermeidbar

Von den derzeit rund 2.800 Mitarbeitern werden am Villacher Standort ungefähr 2.600 übrig bleiben. Ein Teil der Leute wird durch Pensionierungen abgebaut. Aber auch Kündigungen seien nicht vermeidbar. Vom Personalabbau betroffen seien verschiedenste Abteilungen und damit Mitarbeiter unterschiedlicher Qualifikation. Somit werden auch hoch qualifizierte IT-Fachleute, welche Infineon Villach vor einem halben Jahr noch gesucht hat, dem Sparstift zum Opfer fallen.

Weiters wurde bestätigt, dass der Vorstandssprecher von Infineon Technologies AG, Peter Bailey, mit 1. Oktober d.J. Villach verlässt und in die Münchner Konzernzentrale wechselt. Er wird "weltweite Verantwortung" übernehmen, sich aber auch künftig von höherer Ebene aus um Villach kümmern. "Der Wechsel nach München hat nichts mit der Situation in Villach zu tun", dazu Gabler-Werthner. Die Nachfolgefrage sei insoferne geklärt, dass es zu einer Nachbesetzung kommen wird.

Betriebsrat verhandelt Sozialplan

"Durch Sozialmaßnahmen sollen Kündigungen weitestgehend vermieden werden", sagte der Vorsitzende des Infineon-Arbeiterbetriebsrates, Günther Goach. Daher sei auch bisher keine "Frühwarnung" beim AMS erfolgt.

Der Betriebsrat sei vor rund drei Wochen vom Vorstand von den beabsichtigten Freistellungen informiert worden. "Wir sind in sämtliche Entscheidungsprozesse eingebunden und um einen für die betroffene Belegschaft tragbaren Konsens bemüht", dazu Goach. So werde für Frauen über 50 und Männer über 55 Jahre ein Altersteilzeit-Modell ausgearbeitet. Auch über Teilzeitbeschäftigung und Aussetzverträge (Wiedereinstellung bei besserer Auftragslage) werde verhandelt.

Goach ist zuversichtlich, dass es sich bei den bevorstehenden Abbau von Mitarbeitern - betroffen sind neben Arbeitern auch Angestellte - nur um eine "vorübergehende Delle" handle. "Die Konjunkturdaten erholen sich langsam wieder", sagte er. Am Standort Villach sei die Entwicklung "leicht positiv". "Daher werden wir schon in absehbarer Zeit wieder ein kräftiges Lebenszeichen geben", sagte der Arbeitsbetriebsrat. Er erinnerte daran, dass in den vergangenen zwei Jahren 800 Neuaufnahmen bei Infineon Technologies AG erfolgt seien. (APA)

Share if you care.