US-Orden kritisieren Rassismus in der Kirche

28. August 2001, 12:35
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"Sünde beim Namen nennen"

Washington - Rassismus gibt es nach Ansicht der katholischen Orden in den USA auch in der Kirche. "Rassismus ist in den religiösen Gemeinschaften dieses Landes tief verwurzelt", betonte Schwester Mary Alice Chineworth (84) laut Kathpress vor der am Montag in Baltimore zu Ende gegangenen Versammlung der Oberen der männlichen und weiblichen Ordensgemeinschaften der USA. "Wir müssen diese Sünde beim Namen nennen, um sie aus der Welt zu schaffen, nämlich die Sünde des Rassismus", fügte die schwarze Ordensfrau und ehemalige Generaloberin ihrer Gemeinschaft vor den rund 1000 Delegierten hinzu.

Angesichts der multi-kulturellen und multi-ethnischen Gesellschaft in den USA müsse man sich fragen, warum einige Konvente noch immer ausschließlich weiße Mitglieder hätten, sagte Schwester Mary Alice. Sie erinnerte an ihre eigene Lebensgeschichte und berichtete, ihr sei 1936 der Eintritt in einen Orden wegen ihrer schwarzen Hautfarbe verweigert worden. Schließlich habe sie sich den "Oblate Sisters of Providence" von Catonsville angeschlossen, einer Kongregation, die im 19. Jahrhundert besonders für schwarze Frauen gegründet wurde.

Sünde Rassismus

Als Sünde bezeichnete auch der afroamerikanische Weihbischof in Baltimore, Gordon D. Bennett, den Rassismus. Die Kirche scheue sich jedoch nach wie vor, dies deutlich auszusprechen. Ebenso verschließe die US-Gesellschaft insgesamt die Augen vor dem Rassismus. Daher gelinge es auch eher, Menschen zum Einsatz gegen die Armut zu bewegen als zum Kampf gegen den Rassismus, unterstrich der Bischof. Er forderte die Ordensleute zu mehr Gebet auf und zur Verwirklichung ihrer klösterlichen Gelübde, um den Rassismus auszumerzen.

Die alle drei Jahre tagende Konferenz der Ordensoberen und -oberinnen vertritt rund 78.000 Schwestern aus 400 Gemeinschaften sowie 25.000 Ordenspriester und -brüder aus 317 Kommunitäten. (APA)

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