Dreidimensionaler Bildatlas des Auges entwickelt

29. August 2001, 09:37
posten

Räumliche Darstellung für schnellere Erkennung von Augenerkrankungen

Erlangen - Wissenschaftler der Augenklinik der Universität Erlangen-Nürnberg haben einen dreidimensionalen Bildatlas des Auges entwickelt. Die Entwickler hoffen, dass mit der räumlichen Darstellung das Verständnis der Pathogenese von Augenerkrankungen verbessert werden kann. Der datenbankgestützte ophthalmologische Internetatlas bietet zudem die Möglichkeit, morphologische Befunde weltweit schneller zu erkennen.

Atlas besteht aus rund 50 Bildern

"Niedergelassene Augenärzte, Fachkollegen und Medizinstudenten können sich ein realitätsnahes Bild von typischen Augenerkrankungen machen", erklärte einer der Entwickler, Antonio Bergua von der Augenklinik der Uni Erlangen-Nürnberg. Die Vorteile der 3D-Atlanten liegen laut Bergua darin, dass Veränderungen der feinen anatomischen Augenstrukturen, die nur wenige Millimeter betragen, anhand einer realitätsnahen Abbildung leichter erkannt werden können.

Um eine räumliche Wirkung zu erhalten benötigt der User eine handelsübliche Software, die "das Editieren und Betrachten stereoskopischer Bilder sehr einfach macht", erklärte der Systementwickler Folkert Horn. Weitere technische Voraussetzung ist eine so genannte Shutterbrille, wie sie Computerspieler benötigen. In Zusammenarbeit mit der Herstellerfirma Elsa wurde die Darstellung der Bilder so verbessert, dass diese durch die Erhöhung der Wiederholungsfrequenz auf 120 Hz flackerfrei wahrgenommen werden können.

Derzeit besteht der Atlas aus rund 50 Bildern, die in englischer, deutscher und spanischer Sprache erläutert werden. Neben der Ergänzung des bestehenden Augenatlanten planen Horn und Bergua weitere medizinische und naturwissenschaftliche 3D-Atlanten. (pte)

Share if you care.