Postgewerkschaft: Gerhard Fritz Favorit für Dörfler-Nachfolge

28. August 2001, 12:18
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Gewerkschaftsgremien tagen nächste Woche

Wien - Die Post- und Telekom-Gewerkschaft berät nächste Woche über Konsequenzen aus der Gehaltsaffäre im Postbetriebsrat. Kommenden Dienstag tagt das Präsidium, am Mittwoch wird der Zentralvorstand voraussichtlich einen Nachfolger für den zurückgetretenen Gewerkschaftschef Hans Georg Dörfler wählen. Aussichtsreichster Kandidat ist der Obmann des Post-Personalausschusses für Wien, Niederösterreich und das Burgenland, Gerhard Fritz. Dies bestätigten am Dienstag die beiden FSG-Stellvertreter Dörflers, Erich Huhndorf und Manfred Schöndorfer der APA.

Fritz ist Mitglied des Leitungsausschusses der Post- und Telekom-Gewerkschaft. Ebenfalls ein möglicher Nachfolge-Kandidat wäre der FSG-Stellvertreter Dörflers im Post-Betriebsrat, Herbert Podany. Das Risiko, ihn zu nominieren, wolle man auf Grund der Gehaltsaffäre im Post-Betriebsrat allerdings nicht eingehen, hieß es dazu aus der Gewerkschaft.

Neues Gehaltsschema

Ebenfalls Thema im Präsidium und Zentralvorstand wird voraussichtlich das neue Gehaltsschema der Post-Betriebsräte sein. Dieses hat bei einigen Personalvertretern zu beachtlichen Gehaltssprüngen geführt, weshalb Dörfler vorige Woche den Hut nehmen musste. Huhndorf, selbst Vorsitzender des Telekom-Zentralausschusses, empfiehlt seinen Kollegen von der Post nun die Anlehnung an das Gehaltsmodell der Telekom-Personalvertreter. Dieses entspreche den einschlägigen Richtlinien des Bundeskanzleramtes, so Huhndorf.

Schöndorfer, Personalvertreter bei der oberösterreichischen Post, zeigt sich diesbezüglich aufgeschlossen. "Sinnvollen Vorschlägen wird man sich nicht verschließen, das ist keine Frage", meint der Gewerkschafter. Dass es im Präsidium oder Zentralvorstand Konsequenzen für den Christgewerkschafter Manfred Wiedner, als Stellvertreter Dörflers im Post-Betriebsrat für die neue Gehaltsregelung mit verantwortlich, geben könnte, schließt der SP-Gewerkschafter Schöndorfer allerdings aus. Dies sei Sache der entsendenden Fraktion, in Wiedners Fall die Fraktion Christlicher Gewerkschafter.

"Ich erwarte nicht, dass der Kollege Wiedner Konsequenzen zieht", so Schöndorfer. "Er hat ja ohnehin den großen Beschützer in Fasslabend (ÖAAB-Obmann Werner, Anm.) gefunden". Wiedner ist wie Huhndorf, Schöndorfer und Dörfler Mitglied des Präsidiums der Post-Gewerkschaft. Ebenfalls im Präsidium sitzt Zentralsekretär Walter Sumetsberger. (APA)

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