AMS warnt vor Beschäftigung von Auslands-Studenten ohne Bewilligung

28. August 2001, 11:39
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Durch Nebenjob zur Finanzierung der Studiengebühren kann man schnell zum "Illegalen" werden

Graz - Ausländische Studierende müssen mit der Einführung der Studiengebühren im Herbst zusätzliche Kosten von 10.000 Schilling pro Semester einplanen: Wer sich die Mehrkosten auch nur mit Studentenjobs erarbeiten möchte, wird in Österreich allerdings leicht zu einem illegal Beschäftigten: "Auch für geringfügige Beschäftigungsverhältnisse sind Bewilligungen nach dem Ausländerbeschäftigungsgesetz notwendig" warnte das Arbeitsmarktservice Steiermark am Dienstag.

Viele Studierende jobben während des Studiums als geringfügig Beschäftigte, um sich so mit knapp 4.000 Schilling zumindest einen Teil ihres Lebensunterhaltes zu finanzieren. Was für österreichische Studenten und EU-Bürger noch problemlos möglich ist, ist für Studierende aus Drittstaaten so gut wie nicht machbar. "Den Studierenden kommt in keiner Weise eine Sonderrolle hinsichtlich des Beschäftigungsgesetzes zu", betonte Hermann Gössinger vom AMS Steiermark im Gespräch mit der APA. Wer arbeiten möchte, braucht eine Beschäftigungsbewilligung. Haben Ausländer aus diesen Staaten eine Aufenthaltserlaubnis "zum Zwecke des Studiums" , sind sie "vom Arbeitsmarkt generell ausgeschlossen", erläutert der stellvertretende Landesgeschäftsführer des AMS, Helfried Faschingbauer.

Die nach österreichischem Gesetz widerrechtliche Beschäftigung dieser Personengruppe hat laut Gössinger "die gleichen Strafen wie jede andere illegale Beschäftigung samt verwaltungsrechtlicher Konsequenzen zur Folge". Für den Dienstgeber heißt das neben Geldstrafen auch, dass er für den betroffenen Beschäftigten nie mehr eine Beschäftigungsbewilligung bekommen wird, erläuterte der AMS-Mitarbeiter.

Afro-Asiatisches Institut besorgt

Besorgt um die künftige finanzielle Situation ausländischer Studierender zeigt sich das Afro-Asiatische Institut als eine der zentralen Anlaufstellen für Studenten aus nichteuropäischen Entwicklungsländern: Auf Grund der nach wie vor ungeklärten Situation, wer die Studiengebühren zurückbezahlt bekommt, und wer nicht, wüssten viele Studienplatzwerber nicht, was auf sie zukommt, so Studienreferent Wolfgang Moser. "Staatsbürgern aus bestimmten Entwicklungsländern soll die Gebühr zurückerstattet werden, doch bis heute wurde die Liste der akzeptierten Staaten noch nicht beschlossen", klagt der Studienreferent., der auf eine rasche Regelung drängt.

Moser kritisiert generell die aktuelle arbeitsrechtliche Situation der ausländischen Studierenden aus Drittländern: "Die Studenten haben nahezu keine Möglichkeit, zu mehr Geld zu kommen", so Moser. Anders als in allen anderen EU-Staaten dürften sie nämlich in Österreich keiner Arbeit nachgehen: Beispielsweise können in Deutschland ausländische Studierende an 100 Tagen im Jahr ganztägig oder an 200 Tagen halbtägig arbeiten, in Frankreich 22 Stunden pro Woche. In Österreich gäbe es lediglich eine Ausnahmeregelungen für Saisonarbeit in den Bereichen Tourismus und Landwirtschaft sowie die Kolporteurstätigkeit. (APA)

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