Israel will keine gezielte Tötung von gewählten Palästinensern

28. August 2001, 11:01
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Anschläge auf Regierungs- und Parlamentsmitglieder ausgeschlossen

Jerusalem/Gaza - Israel will keine gezielten Tötungsangriffe auf Mitglieder der Palästinensischen Nationalbehörde (PNA) und des gewählten palästinensischen Parlaments (Legislativrat) ausführen. Einen entsprechenden Beschluss fasste das so genannte Sicherheitskabinett, meldete am Dienstag das israelische Radio. Nach Angaben des Senders war der Beschluss, den Führer der marxistischen PLO-Teilorganisation "Volksfront für die Befreiung Palästinas" (PFLP), Abu Ali Mustafa, zu liquidieren, bereits vor mehreren Wochen gefällt worden. Der 63-Jährige kam am Montag in Ramallah bei einem Raketenbeschuss seines Büros ums Leben.

Dem Sicherheitskabinett gehören Ministerpräsident Ariel Sharon, Verteidigungsminister Benjamin Ben-Eliezer sowie Außenminister Shimon Peres an. Ungeachtet des israelischen Einmarschs in die autonome christliche Palästinenserstadt Beit Jala gingen die Feuergefechte am Rande Jerusalems unterdessen weiter. Israelische Truppen waren in der Nacht mit Panzern und Planierraupen eingerückt und hatten mehrere "Schlüsselpunkte" besetzt. Die Armee will nach eigenen Angaben dort mehrere Tage bleiben. Auch bei Rafah im südlichen Gaza-Streifen an der Grenze zu Ägypten drangen israelische Einheiten erneut vorübergehend auf autonomes palästinensisches Gebiet vor und zerstörten mehrere Gebäude.

Mustafa war der bisher ranghöchste palästinensische Führer, den Israel seit Beginn der zweiten Intifada vor elf Monaten vorsätzlich getötet hat. Das israelische Militär teilte mit, Mustafas Büro sei beschossen worden, weil er für mindestens acht Bombenanschläge verantwortlich sei. "Seit Beginn der Gewalt steckt der PFLP-Chef hinter zahlreichen Autobombenanschlägen, bei denen nur durch ein Wunder niemand getötet wurde", hieß es in einer Stellungnahme der Armee. (APA/dpa)

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