Ausstattung von Dieselautos mit Partikelfilter

30. August 2001, 10:24
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ÖAMTC: Abgasfilter reduzierte Partikelausstoß fast vollständig

Wien - Schon in naher Zukunft sei es möglich, dass Dieselautos keine gesundheitsschädlichen Partikel mehr ausstoßen. Dies belege ein Langzeittest, berichtete der ÖAMTC. Mit einem Peugeot 607 HDI, der serienmäßig mit Partikelfilter ausgestattet ist, wurden bis jetzt 80.000 Kilometer zurückgelegt. "Der Wagen hat auch unter den Augen der Tester gehalten, was die Hersteller versprechen. Es konnten nahezu keine Partikelemissionen nachgewiesen werden", bestätigte ÖAMTC-Cheftechniker Max Lang.

Der Wagen wurde über 80.000 Kilometer im normalen Straßenverkehr gefahren. Bei Kilometerstand 20.000, 40.000 und 60.000 wurde der Ausstoß ermittelt. Getankt wurden handelsübliche Dieselkraftstoffe. Servicetermine wurden im Beisein von ÖAMTC-Technikern in Fachwerkstätten durchgeführt. Die erste Abgasprüfung gab es nach 3.500 Kilometern. Dieses Testergebnis hätte sich sehen lassen können, so Lang. "Die Partikelemissionen lagen dank des Filters bei einem Hundertstel vom Wert eines modernen Dieselmotors ohne Filter." Den Technikern sei eine Reduktion auf nahezu Null gelungen.

Patrone im Auspuff

Bei dem Filter handelt es sich vereinfacht um eine Patrone, die im Auspuff sitzt, erklärte Franz Peleska, Techniker des Clubs. Ist er durch Partikel verstopft, wird automatisch der Abgasstrom auf über 500 Grad erhitzt und dadurch wieder gereinigt.

Laut ÖAMTC emittierte der Peugeot 607 HDI wesentlich weniger Teilchen als andere moderne Dieselfahrzeuge. Die gravimetrische Messung - Abgas wird durch einen Papierfilter gesaugt und die gefilterten Partikel gewogen - hätte einen Wert von 0,001 g/km Partikel ergeben. Das entspräche zwei Prozent des Euro-3-Grenzwertes von 0,050 g/km. Der im Vergleich gemessene Mercedes E 220 CDI hatte 0,028 g/km ausgestoßen.

"Der 80.000 Kilometer-Test macht deutlich, dass eine fundamentale Schwäche von Dieselfahrzeugen beseitigt werden kann", fasste Lang zusammen. Die gravimetrischen Emissionen lagen bei einem Faktor 1:40, die Partikelanzahl sogar nur in einem Verhältnis von 1:10.000 im Vergleich zu einem guten Euro-3-Fahrzeug. Selbst nach 80.000 gefahrenen Kilometern hätte sich das Emissionsverhalten nicht verschlechtert. Bei den gasförmigen Schadstoffen erfülle der Wagen die heutigen Normgrenzen und sei, wie auch beim Verbrauch, mit anderen modernen Dieselfahrzeugen vergleichbar.

Zukunftsweisende Technologien

Für den ÖAMTC bestehe kein Zweifel daran, dass mit der Serienreife von Partikelfiltern oder der Entwicklung von DeNox-Katalysatoren zukunftsweisende Technologien zur Verfügung stehen. Die bisher bestehenden Öko-Nachteile von Selbstzündern gegenüber Benzinern könnten zumindest ausgeglichen werden. Auf Grund des geringeren Verbrauchs sei für den Diesel unter dem Strich ein deutliches Öko-Plus zu verzeichnen.

An die Autohersteller appellierte der Club, moderne Abgasreinigungs-Technologien, wie etwa Partikelfilter, möglichst rasch in alle Dieselfahrzeuge einzubauen. Es dürfe nicht auf strengere Abgasnormen der EU mit zum Teil jahrelangen Vorlaufzeiten gewartet werden. Von der Mineralölindustrie wurde verlangt, die Qualität der Dieselkraftstoffe zu verbessern und die Schwefelanteile auf zumindest ein Zehntel des heutigen Wertes zu reduzieren. Politiker sollten zu einer glaubwürdigen Umweltpolitik zurückkehren, hieß es. So sollten umweltschonende Technologien etwa durch Steueranreize gefördert werden und nicht behauptete ökologische Nachteile als Vorwand genommen werden, um an der finanziellen Belastungsschraube zu drehen. (APA)

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