"Lomo" und uboot.com-Mutter ucp bauen UMTS-Handys

30. August 2001, 21:50
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Mehrere Millionen Schilling für Entwicklung des Prototyps - Markteinführung Sommer 2002 - Linux als Betriebssystem

Der österreichische Telekomsoftware-Entwickler Universal Communication Platform AG (ucp) mit Sitz im schweizerischen Lugano, bekannt durch die Gratis-SMS-Internetplattformen "sms.at" und "uboot.com", und der Wiener "Life-Style-Kamera"-Hersteller Lomographische AG - kurz "Lomo"- wollen gemeinsam in den Handymarkt einsteigen. Einen Prototyp habe man mit einem Aufwand von mehreren Millionen Schilling bereits bis zur Produktreife entwickelt. Der Produktionsbeginn soll im ersten Quartal 2002 erfolgen, die Markteinführung in den größten westeuropäischen Märkten noch vor dem Sommer 2002, so ucp am Dienstag in einer Presseinformation.

GPRS-Handys

Plattform für die gemeinsame Handyentwicklung von ucp und Lomo ist die eigens dafür gegründete Schweizer Telepong AG (Pfäffikon). Geplant sind Geräte für die 2,5 Handygeneration GPRS (General Packet Radio System) und die Nachfolgegeneration UMTS (universal Mobile Telecommunication System). Die Herstellung erfolgt bei der in Singapur ansäßigen Flextronics, an die übrigens vor kurzem auch Ericsson und Alcatel ihre Handyproduktion abgegeben haben.

Zielgruppe: Jugendliche

Telepong will seine Handys vor allem für junge Leute entwickeln, die ihre Mobilfunktelefone derzeit insbesondere für SMS-Kurzmitteilungen und Spiele nutzten. Die neuen Telepong-Handys sollen dem Kunden bereits das Senden EMS (Enhanced Messaging Service) "eine Weiterentwicklung der herkömmlichen SMS" und damit auch für Photo- und Musikübertragung ermöglichen, heißt es in der Presseinformation.

Linux-Betriebssystem

Konkret soll das erste Telepong-Gerät mit einem Linux-Betriebssystem, 65K Farbdisplay, EMS, GPRS, WAP 1.2.1, Kamera-Interface, Joy-Stick für integrierte Spiele, Organizer, proprietärem Sound Composer und -Messenger und polyphonen Klingeltönen ausgestattet sein. Den Preis für das Produkt will Telepong nach eigenen Angaben unter 350 Euro (4.816 Schilling) ansiedeln, also im mittleren Preissegment, wie es hieß.

Tel.me machts vor

Telepong ist allerdings nicht der erste Handyentwickler auf österreichische Initiative. Mit der Firma Tel.me ist bereits seit längerem ein Handyentwickler in Österreich aktiv. Bei ucp hofft man vor allem durch "Lifesytle und Zielgruppenfokussierung" am Markt zu punkten. Außerdem will man auch die bereits bestehende Kontakte zu den Mobilfunkprovidern für die Markteinführung nutzen.

2,2 Millionen registrierte Nutzer

In Deutschland, England, der Schweiz und in Österreich verfügt die ucp.ag mit ihrer Gratis-SMS-Plattform uboot.com bereits über 2,2 Millionen registrierte User. Auf sms.at haben sich unterdessen rund 1,4 Millionen Websurfer angemeldet. An der ucp sind unter anderem die Deutsche Telekom-Mobilfunktochter T-Mobile mit 47,6 Prozent und der Risikokapitalgeber march.fifteen mit 10,6 Prozent beteiligt. Die ucp wiederum hält 67,5 Prozent an der Telepong AG, 30 Prozent gehören der Lomo AG und 2,5 Prozent hält das Telepong-Management. (APA)

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