16 Mitarbeiter Pinochets wegen Mord an Gewerkschaftsboss angeklagt

28. August 2001, 09:45
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Könnten bis Ende des Jahres verurteilt werden

Santiago de Chile - Ein Gericht in Chile hat 16 frühere Soldaten und Mitarbeiter von Ex-Diktator Augusto Pinochet wegen Mordes an dem oppositionellen Gewerkschaftsführer Tucapel Jimenez vor fast 20 Jahren angeklagt. Bis Ende des Jahres könnten die Angeklagten verurteilt werden, sagte der Anwalt der Angehörigen von Jimenez am Montag (Ortszeit). Jimenez hatte die Gewerkschaften zum gemeinsamen Widerstand gegen die Gewaltherrschaft Pinochets (1973-1990) aufgerufen. Am 25. Februar 1982 tötete ihn ein Militärkommando. Die von Kugeln durchsiebte Leiche des Gewerkschaftsführers wurde wenige Stunden danach in der Nähe der Hauptstadt Santiago gefunden.

Das Verfahren gegen Pinochet selbst war am 9. Juli auf Grund seiner schlechten geistigen Verfassung vorerst eingestellt worden. Er sollte sich für die Verbrechen der so genannten Karawane des Todes vom Oktober 1973 vor Gericht verantworten. Ihm wurde Beihilfe zur Entführung oder Ermordung von mehr als 70 politischen Gegnern vorgeworfen. Während Pinochets Gewaltherrschaft wurden 3.000 Menschen getötet oder verschwanden spurlos. Zehntausende mussten ins Exil oder verließen das Land freiwillig. (APA)

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