Gehälter der Kabinett-Chefs

29. August 2001, 15:45
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Miko mit 110.000 S an Spitze - Grüne: "Absolute Behübschungsaktion"

Wien - Nach der Offenlegung der Gehälter der ÖGB-Spitze haben nun auch mehrere Kabinetts-Chefs in den Ministerien ihre Einkommen transparent gemacht. Wie das "Wirtschaftsblatt" in seiner Dienstag-Ausgabe berichtet, steht dabei Hans-Jürgen Miko im Büro von Infrastrukturministerin Monika Forstinger (F) mit 110.000 Schilling Monatsbezug brutto an der Spitze. Die Büroleiterin von Bundeskanzler Wolfgang Schüssel (V), Ursula Plassnik, erhalte dagegen nur 95.182 Schilling.

Ähnlich fallen die Bezüge der Kabinettchefs von Innen- und Außenministerium aus. Christoph Ulmer kassiert laut Bericht 89.000 Schilling, Wolfgang Lobil rund 95.000 Schilling. Im Sozialministerium von Herbert Haupt (F), das durch die 200-000 Schilling Einkommensaffäre der falschen Magistra Ute Fabel in die negativen Gehaltsschlagzeilen gekommen war, verdient deren Nachfolgern als Büroleiterin, Susanne Mayr, rund 85.000 Schilling.

Der Kabinetts-Chef von Wirtschaftsminister Martin Bartenstein (V), Christoph Stadlhuber, erhält 84.021 Schilling. Bei Miko kommt dazu, dass er laut "Wirtschaftsblatt" auch als Aufsichtsrat bei ÖBB, Asfinag und Austro Control verdient. Aus den Aufwandsentschädigungen für seine Aufsichtsratsmandate kassiere Miko nach eigenen Angaben noch einmal 155.000 Schilling jährlich.

Grüne: "Behübschung"

Die Offenlegung der Gehälter der Kabinetts-Chefs in den Ministerien ist für den grünen Sozialsprecher Karl Öllinger eine "absolute Behübschungsaktion". In Wahrheit sei weiterhin keine Transparenz und Klarheit gegeben, weil nichts über zusätzliche Einkommen und Gratifikationen bekannt gegeben worden sei. Hier würden die Minister weiterhin diese Überprüfung "verweigern", so Öllinger.

Die "Zahlen sind beliebig", kritisierte der grüne Abgeordnete. Und es fehle weiterhin die Bereitschaft zur Aufklärung. "An diverse Ministerien habe ich 50 bis 60 Anfragen gestellt, und immer andere Auskünfte erhalten. Immer unter der Begründung des Datenschutzes". Was ÖVP und FPÖ "zu Recht vom ÖGB geordert haben, verweigern sie in ihren eigenen Bereichen".

(APA)

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