Infomatec stellt operatives Geschäft Ende August ein

27. August 2001, 20:12
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Delisting vom Neuen Markt droht

Die Augsburger Infomatec AG wird zum 31. August ihre Geschäftstätigkeit beenden, bleibt aber weiter als Gesellschaft bestehen. Das Unternehmen werde mit fünf Mitarbeitern weiter existieren, um vor allem Vermögenswerte abzuwickeln, sagte der Augsburger Rechtsanwalt Christian Plail am Montag. Infomatec werde nach dem Verkauf seine Kerngeschäfts mit Lösungen für interaktives Fernsehen ("Cross-TV") zum 1. September aber nicht mehr operativ tätig sein und keine Zahlen für das zweite Quartal vorlegen. Auch die Hauptversammlung am 31. August sei abgesagt worden.

Das Augsburger Amtsgericht hatte im Juli gegen Infomatec ein Insolvenzverfahren wegen Zahlungsunfähigkeit eröffnet. Plail sagte nicht, wie lange Infomatec noch bestehen bleibe. Insolvenzen könnten sich mehrere Jahre hinziehen. Er räumte ein, dass dem Unternehmen das Delisting vom Neuen Markt droht. Eine Sprecherin der Deutschen Börse sagte dazu: "Es gibt keine automatische Herausnahme von Unternehmen, die ihren Geschäftsbetrieb einstellen." Wenn ein Unternehmen Pflichten von von Quartalsberichten nicht nachkomme, gebe es aber Sanktionen, die bis zum Börsenausschluss führen könnten. Die Infomatec-Aktie legte bis zum späten Nachmittag 6,25 Prozent auf 0,17 Euro zu.

Die beiden neuen Vorstände hatten in der vergangenen Woche ihren Rücktritt erklärt. Mehrere Aktionäre haben gegen Infomatec und seine beiden früheren Vorstände Gerhard Harlos und Alexander Häfele Schadenersatzklagen eingereicht, weil sie sich über die Entwicklung des Unternehmens getäuscht sehen. Die Infomatec-Aktie hatte nach Meldungen über Verkaufserfolge in der Spitze mehr als 250 Euro erreicht. Gegen Harlos und Häfele laufen Ermittlungsverfahren wegen Aktienbetrugs. (APA/Reuters)

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