USA und Israel offenbar vor Absage an UNO-Rassismuskonferenz

28. August 2001, 07:33
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Powell sagt ab, Israels Außenminister ebenfalls für Boykott

Washington/Jerusalem - Die USA und Israel wollen offenbar der am Freitag im südafrikanischen Durban beginnenden Rassismuskonferenz der Vereinten Nationen (UNO) fernbleiben. Aus hohen US-Regierungskreisen verlautete am Montag in Washington, Außenminister Colin Powell werde sehr wahrscheinlich nicht an der Konferenz teilnehmen.

Israels stellvertretender Außenminister Michael Melchior sagte in Jerusalem: "Zu diesem Zeitpunkt können wir nicht nach Durban gehen." Strittig sind Formulierungen in der geplanten Erklärung der Konferenz. Die USA und Israel lehnen Versuche arabischer Staaten strikt ab, dem jüdischen Staat rassistisches Vorgehen zu unterstellen.

Noch keine abschließende US-Entscheidung

In US-Kreisen hieß es, es habe noch keine abschließende Entscheidung gegeben, aber "es wird immer deutlicher, dass der Außenminister nicht hingeht". Wie die Delegation aussehen werde, wenn es denn überhaupt eine gebe, werde noch geprüft. US-Präsident George W. Bush hatte am Freitag mit einem Boykott der Konferenz gedroht, wenn weiterhin Zionismus als Rassismus hingestellt würde.

Melchior sagte, Kritik an Israel sei legitim. Nicht legitim sei es aber, wenn Israel namentlich als einziges Land an den Pranger gestellt werden solle, sagte er mit Blick auf den Entwurf einer Resolution, in der nur Israel namentlich genannt wird. (APA/Reuters)

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