Dienstbier befürchtet "unglaubliche Blamage" der NATO

27. August 2001, 16:32
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UNO-Menschenrechts- beauftrager kritisiert "absurdes Ziel der Entwaffnung"

Prag - Die NATO hat sich nach Ansicht des UNO-Menschenrechtsbeauftragten für das ehemalige Jugoslawien, des ehemaligen tschechoslowakischen Außenministers Jiri Dienstbier, bei ihrer Mazedonien-Mission "Essential Harvest" (Wesentliche Ernte) ein "absurdes Ziel" gesetzt. Die Allianz werde nur eine unbedeutende Zahl Waffen der albanischen Rebellen der "Nationalen Befreiungsarmee" (UCK) einsammeln, da die meisten Waffen längst versteckt seien, sagte der 64-Jährige am Montag der Prager Nachrichtenagentur CTK. Der NATO und der internationalen Gemeinschaft drohe eine "unglaubliche Blamage", betonte Dienstbier.

"Die Situation ist sehr gefährlich - eigentlich feiern die albanischen Aufständischen die Ankunft der NATO, denn möglicherweise können damit die vertriebenen Mazedonier nicht wieder zurückkehren", sagte der ehemalige tschechoslowakische Dissident und Wende-Außenminister. Langfristig könne die NATO nur Erfolg haben, wenn "alle Vertriebenen zurückkehren können und alle Waffen eingesammelt werden", unterstrich Dienstbier.

Dienstbier hatte die ausgebliebene Entwaffnung von albanischen Extremisten im Kosovo als "größten Fehler" der Staatengemeinschaft bezeichnet. Darin habe die Mazedonien-Krise ihren Ursprung. (APA/dpa)

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