Zahn-Regeneration durch Polymer

27. August 2001, 15:10
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Das Material soll Füllungen ersetzen

Chicago - US-Forscher arbeiten an einem Zahnmaterial, das Füllungen ersetzen soll. Der Werkstoff enthält amorphes Kalziumphosphat (ACP), das als Hydroxyapatit natürlich in Knochen und Zähnen vorkommt und sich selbst regeneriert. Das Polymer wurde am National Instiute of Standards and Technology in Kooperation mit dem Paffenbarger Research Center der American Dental Association Health Foundation entwickelt.

Ein wesentliches Anwendungsgebiet sieht der Polymer-Chemiker Joe Antonucci bei kieferorthopädischen Anwendungen wie Zahnspangen. "Diese können zur Demineralisierung jener Stelle am Zahn beitragen, an der die Spange montiert ist", erklärte Antonucci. Zudem führten Zahnregulierungen dazu, dass Speisereste nicht zur Gänze entfernt werden könnten. Die Folge seien Plaques und im weiteren Karies. Das adhäsive Material könne auch bei Wurzelbehandlungen eingesetzt werden.

Einschränkungen für ACP gibt es laut Antonucci bei der Größe des Hohlraums. Das Material eignet sich ausschließlich für kleine Löcher. "Kalziumphosphat besitzt nicht die Stärke und Härte von herkömmlichen Füllungsmaterialien wie Keramik und Glas", erklärte der Forscher. Es sei auch nicht als permanente Füllung gedacht. Er hofft, dass ACP in Zukunft auch für empfindliche Knochenreparaturen im Gesicht und bei Brüchen angewendet wird. Derzeit wird das Polymer bereits in Zahnpasten und Kaugummis eingesetzt. Klinische Versuche zur Untersuchung des Materials als zeitweilige Füllung werden bereits im kommenden Jahr erwartet.(pte)

Die Präsentation erfolgte auf der Jahrestagung der American Chemical Society.
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