Russland als gleichwertiger Partner im europäischen Sozialmodell

27. August 2001, 17:35
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Podiumsdiskussion in Alpbach zum Beziehungsgeflecht USA-Europa-Russland

Alpbach -Auch zehn Jahre nach dem Ende des Kalten Krieges steht die Erörterung des Verhältnisses zwischen den USA, Europa und Russland ganz im Zeichen von Sicherheitsfragen. Dies zeigte sich am Montag bei einer Podiumsdiskussion im Rahmen des Politischen Gesprächs des Forum Alpbach.

Alle drei beteiligten großen Mächte müssten nun die "völlige Aufgabe" von alten Feindbildern vorzeigen, sagte Bundeskanzler Wolfgang Schüssel. Nur in einer "gleichwertigen Partnerschaft", wie sie erfolgreich in der Geschichte der Europäischen Union als Absage an jahrhundertelange Dominanzbestrebungen großer Staaten praktiziert worden sei, liege heute der Schlüssel zur erfolgreichen Bewältigung der Probleme im Weltmaßstab, erklärte Schüssel.

Der belgische Außenminister und derzeitige EU-Ratspräsident Louis Michel schloss sogar eine EU-Mitgliedschaft Russlands nicht aus, nicht für heute oder morgen, aber vielleicht für übermorgen. Seit 1990 sei klar, dass es keine euro-atlantische Sicherheit ohne Einbindung Russlands geben könne. Mit der EU-Erweiterung, so Michel, werde Europas Bedeutung in der Welt zunehmen. Es gelte, das Modell einer sozialen, die Umwelt berücksichtigenden freien Marktwirtschaft zum Modell für die Welt zu machen.

Wladimir Potapov, Mitglied des russischen Sicherheitsrates, warnte davor, die "globale Rolle" Russlands in Frage zu stellen. Robert Bradtke, Vertreter des State Departements, sagte, US-Präsident Bush habe bei zwei Europareisen klargestellt, dass eine Abkehr von Europa nicht in Frage komme und seine Raketenabwehrpläne nicht gegen Russland gerichtet seien. (DER STANDARD, Print-Ausgabe, 28. August 2001)

Von Thomas Mayer

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