Weltgrößte Konferenz für Leistungselektronik in Graz

27. August 2001, 14:31
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Schwerpunkte sind Verkehr und Alternativenergie

Graz - An die 1.000 Experten aus Europa, Asien, Nord- und Südamerika sowie Afrika und Australien sind zur weltgrößten Konferenz für Leistungselektronik und Anwendungen (EPE) in die Steiermark angereist, die am Montag in Grazer Congress eröffnet wurde. Das bis zum 29. August laufende Treffen, das alle zwei Jahre in einem anderen Land stattfindet, widmet sich heuer bereits zum neunten Mal dem stark an Bedeutung gewinnenden Bereich der Energietechnik: Leistungselektronik ist unerlässlich, wenn es darum geht, elektrische Energie umzuformen, weiterzuleiten und zu steuern.

Wichtige Anwendungen ergeben sich laut Helmut Weiß vom Institut für Elektrotechnik der Leobner Montanuniversität, der die Veranstaltung ausrichtet, in der Verkehrstechnik mit hohen Geschwindigkeiten, bei Schiffsantrieben, in der Montanindustrie beim Fördern und Umformen sowie bei drehzahlveränderlichen elektrischen Antrieben jeder Art. Weit verbreitet sind leistungselektronische Anwendungen aber auch in der Autoindustrie und der Alternativenergie.

Zahlen

Um etwa eine Lokomotive mit bester Energienutzung bewegen zu können, bedarf es eines ausgeklügelten leistungselektronischen Systems: Dieses muss imstande sein, eine fast 9.000 PS starke Lok in gleichmäßige Beschleunigungs- und Bremsabläufe zu bringen und auch im Stande sein, im Falle von Störfällen wie zum Beispiel Blitzeinschlägen in den Fahrdraht den Zug ohne Beschädigung des Antriebssystems weiterfahren zu lassen, so Weiß. Die Leistungselektronik ermöglicht es auch, Energie zu sparen, indem der Bremsvorgang von Zügen mit Rückgewinnung von Bewegungsenergie zur Energieeinspeisung in das Netz der Bahn genützt wird.

Im Bereich der Alternativenergie zielt die Leistungselektronik auf optimale Energiegewinnung ab: "Dafür, dass die gewonnene Energie mit bester Nutzung und störungsfrei in das Stromnetz eingespeist werden kann, sorgt die Leistungselektronik", so Weiß. Ein Beispiel ist die vor kurzem von Leobner Wissenschaftern und Studierenden am Dach der obersteirischen Montanuniversität installierte Solaranlage, die auch im Rahmen des Kongresses vorgestellt werden wird. Diese Photovoltaik-Anlage erzeugt pro Jahr rund 1.000 Kilowattstunden und speist die gewonnene Energie in das öffentliche Stromnetz ein. (APA)

Bis zum 29. August werden in über 500 Einzelveranstaltungen Experten aus Forschung und Industrie ihre neuen Erkenntnisse darlegen und Erfahrungen austauschen. In der integrierten Ausstellung präsentieren 18 Firmen ihre Leistungen. Zusätzlich werden 14 spezielle Fachkurse angeboten. Weiters stehen Besichtigungen der Voest Alpine Donawitz, eines Magna-Werks und der Antriebsfertigungsstätte der Firma TSA am Programm.
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