Lion.cc: Neue Interessenten

27. August 2001, 19:13
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Neben Primus verhandeln auch Stahrlinger und Tiscali über Einstieg

Wien - Der Interessentenkreis für Lion.cc, die Internet-Tochter des im Ausgleich befindlichen Libro-Konzerns, dürfte sich erweitert haben. Laut einem Bericht der Nachrichtenmagazins "Format" haben neben der deutschen Metro-Internettochter Primus Online auch der oberösterreichische Papier-, Büro- und Schreibwarengroßhändler Anton Stahrlinger, Chef der PBS Austria, und der italienische Internetserviceprovider Tiscali ihr Interesse an der Internet-Handelsplattform deponiert.

Millioneninvestitionen

Der Kaufpreis wird mit 4 bis 8 Mill. S (581.383 Euro) beziffert, die nötigen Investitionen laut von "Format" zitierten Bankkreisen allerdings mit 30 bis 40 Mill. S. Reformbedarf gebe es vor allem im Mahnwesen. Auf Grund schlechter Organisation habe es in Österreich Forderungsausfälle von 20 Prozent, in Deutschland sogar Ausfälle von 50 Prozent gegeben.

Bei Primus Online gab man sich am Montag trotz neuer Mitbewerber gelassen. Man beschäftige sich nicht mit dritten Bewerbern. Die Verhandlungen mit dem Eigentümer Libro gingen nach wie vor weiter, Konkrete Ergebnisse gebe es aber noch keine, so der Prokurist von Primus Online Österreich, Tomas di Benedetto. Tiscali Österreich-Chef Dieter Haacker bestätigte, auf einen Einstieg bei lion.cc angesprochen worden zu sein, wollte ansonsten aber keinen Kommentar zur Causa abgeben.

Stahrlinger: Interesse deponiert

Auch Stahrlinger bestätigte am Montag, von Lion.cc-Chef Heinz Lederer auf einen Einstieg angesprochen worden zu sein und anschließend sein Interesse bei der Raiffeisen Zentralbank (RZB) deponiert zu haben. Prinzipiell habe er aber bisher lediglich sein Interesse angemeldet, derzeit bestehe Funkstille. Stahrlinger betonte aber erneut, dass ein Einstieg bei Lion.cc wirtschaftlich Sinn machen müsse. Schließlich müsse er sein Investment - vermutlich im Gegensatz zu Primus Online und Tiscali - aus dem reinen Cash Flow finanzieren. "Da ich aber selber E-Commerce betreibe, weiß ich, dass man E-Commerce wirtschaftlich betreiben kann", so Stahrlinger. Stahrlinger selbst macht - wie berichtet - nach eigenen Angaben selbst bereits 1 Mrd. S Umsatz im Online-Geschäft. (APA)

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