Wichtiger Countdown für Japans Raumfahrt hat begonnen

28. August 2001, 11:48
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Bisher war sie nicht gerade vom Glück verfolgt

Tokio - Auf der südjapanischen Pazifikinsel Tanegashima läuft der Countdown. Nach mehreren frustrierenden Pannen soll dort an diesem Mittwoch eine neue japanische Trägerrakete vom Typ H-2A ins All geschossen werden. Von ihr dürfte es nach Ansicht von Beobachtern abhängen, ob Japans hochfliegende Weltraumpläne in Erfüllung gehen können oder sich in Rauch auflösen.

Das High-Tech-Land hofft, sich mit der neuen Raketengeneration in den Club der Raumfahrtnationen zu befördern und groß ins kommerzielle Geschäft mit der Beförderung von Satelliten einsteigen zu können. Doch drei Fehlstarts mit Raketen seit 1998 haben das Vertrauen in Japans Raketentechnologie schwer beschädigt. Gelingt es diesmal wieder nicht, könnten sich die Pläne der japanischen Raumfahrtbehörde NASDA am Boden zerstört wieder finden.

Angst

Die Nervosität vor dem Start am Mittwoch muss dermaßen groß sein, dass die Rakete vorsichtshalber keinen echten Satelliten an Bord hat, sondern nur als Experiment dient. Seit fünf Jahren arbeitet Japan an der Entwicklung der H-2A-Generation. Die neue Trägerrakete ist eine verbesserte und kostengünstigere Version des vom Pech geplagten Vorgängers H-2.

Experten führen als einen Grund für die hohen Entwicklungskosten den Umstand an, dass Japan partout eine reine "Made in Japan"-Rakete bauen wollte und aus Nationalstolz darauf verzichtete, ausländische Teile zu verwenden. Doch die Fehlstarts der H-2 in den Jahren 1998 und 1999 haben am Image gekratzt. Zudem sagte die US-Gruppe Hughes bereits vorbestellte Satellitenstarts wieder ab.(APA/dpa)

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