Berlusconi will FAO-Gipfel um ein Jahr verschieben

28. August 2001, 13:26
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Regierungschef fürchtet Ansturm der Globalisierungsgegner auf Rom

Rom - Der italienische Regierungschef Silvio Berlusconi will sich für eine Verschiebung des im November geplanten Gipfeltreffens der Welternährungsorganisation FAO in Rom einsetzen. Berlusconi, der einen Ansturm gewalttätiger Globalisierungsgegner auf die "Ewige Stadt" befürchtet, verhandelt italienischen Medienberichten zufolge mit den Verantwortlichen der FAO, um das Treffen erst im kommenden Jahr oder 2003 abzuhalten. Am Treffen sollen die Regierungschefs von 180 Ländern teilnehmen.

Bis vor wenigen Tagen hatte Berlusconi für die Verlegung des Gipfels in ein Dritte-Welt-Land plädiert, das in erster Linie gegen das Problem der Hungersnot kämpft. Bereitschaft, das internationale Treffen zu organisieren, bekundete der Libanon. In Beirut ist im Herbst ein Treffen der französischsprachigen Länder geplant. Die selben Strukturen könnten für den FAO-Gipfel verwendet werden.

Einen definitiven Beschluss über den FAO-Gipfel will die italienische Regierung bei der Ministerratsitzung kommenden Donnerstag fassen. Die oppositionelle Mitte-Links-Allianz drängt darauf, dass der Gipfel wie geplant in Rom stattfindet. "Wir können vor den gewalttätigen Globalisierungsgegnern nicht davon laufen", meinten Spitzenvertretern der stärksten Oppositionspartei DS (Demokratische Linke).

Ein weiterer "Risiko-Termin" für die italienische Regierung ist das Treffen der NATO-Außenminister Ende September in Neapel, heißt es in Rom. Dabei steht das Streitthema der geplanten amerikanischen Raketenabwehr auf der Tagesordnung. Die Regierung befürchtet Krawalle wie beim G-8-Gipfel in Genua im Juli, als ein Globalisierungsgegner erschossen und Hunderte von Demonstranten schwer verletzt wurden. (APA)

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