"Pille für den Mann" soll bis 2006 auf dem Markt sein

27. August 2001, 14:27
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Forschungsgruppe in Münster geht mit Erfolgsmeldung an Öffentlichkeit

Münster - Entgegen den Prognosen mancher ForscherInnen ist nun das Institut für Reproduktionsmedizin des Universitätsklinikums Münster mit einer Erfolgsmeldung an die Öffentlichkeit gegangen: wie der Direktor des Institutes Prof. Eberhard Nieschlag unter Berufung auf Pharmafirmen mitteilte, wird die "Pille für den Mann" bis zum Jahr 2006 auf dem Markt sein. An der als Alternative zur Empfängnisverhütung der Frau angedachten Medikation wird bereits seits mehreren Jahren geforscht.

Theorem um die His-Story

Der theoretische Ansatz der Pille für den Mann war schon lange klar: Um den Mann zu "entschärfen" und die Samenproduktion zu stoppen, muss in den Hormonhaushalt eingegriffen werden. Gesteuert vom männlichen Geschlechtshormon Testosteron reifen die Samenzellen in den Familienjuwelen des Mannes, den Hoden. Der Großteil des Ejakulats besteht aber aus Prostatasekret, nur fünf Prozent machen die Samenzellen aus.
So kommt es bei der Regulierung des Hormons auf die genaue (Ent-)Dosierung an, nämlich auf den Einsatz des Gelbkörperhormons, das in der Pille für den Mann die Produktion der Spermien verhindern soll. Zusätzlich erschwert die Forschung der Umstand, dass Testosteron neben der Virilität des Mannes auch für andere wichtige Körperfunktionen wie Haarwuchs, Muskelbau und nicht zuletzt für das Lustempfinden zuständig ist (Äquivalenz zum Geschlechtshormon der Frau, dem Östrogen, wo man sich nicht so lange zierte zu experimentieren) .

Das Münsteraner Team ließ sich durch die anscheinenden Widrigkeiten der Tatsachen nicht abschrecken: laut Nieschlag war in jahrelanger wissenschaftlicher Tätigkeit Vorarbeit auf dem diffizilen Gebiet der Reproduktion geleistet worden. Zudem arbeiteten seit drei Jahren zwei namhafte Pharmafirmen an der klinischen Entwicklung. Studien zur Effektivität liefen unter anderem ebenso in Münster. (APA/dpa/red)

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