IWF-Kredit für Jakarta

27. August 2001, 19:48
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Abkommen über Wirtschaftsreformen bereits unterzeichnet

Jakarta - Indonesien und der Internationale Währungsfonds (IWF) haben am Montag ein Abkommen über Wirtschaftsreformen unterzeichnet und damit den Weg für ein Kreditprogramm über fünf Mrd. Dollar (5,49 Mrd. Euro/ 75,5 Mrd. S) freigemacht.

Vertreter des IWF zeigten sich überzeugt von dem Reformpaket der indonesischen Regierung und äußerten sich optimistisch über die zukünftigen Wachstumsaussichten des Landes. Analysten erwarten nun auch eine Vereinbarung des Landes mit dem Pariser Klub der Gläubigerländer.

Schlüsselelement

Ein Schlüsselelement des Abkommens ist der Verkauf von Regierungsanteilen an den Geldinstituten Bank Niaga und Bank Central Asia. Die beiden Banken waren im Verlauf der Finanzkrise 1998 unter staatliche Aufsicht gestellt worden.

Das Abkommen beendet eine achtmonatige Blockade eines Drei-Jahres-Kreditprogramms in Höhe von fünf Milliarden Dollar, das im Jänner vergangenen Jahres beschlossen worden war. Der IWF hatte das Kreditprogramm im Dezember eingefroren, weil Indonesien den geforderten Verkauf von Staatsanteilen an Unternehmen und anderen Reformen nicht umgesetzt hatte. Nach der in zwei Wochen erwarteten formellen Annahme durch das IWF-Direktorium in Washington wird die erste, 400 Mio. Dollar umfassende Tranche freigegeben.

Vertrauen in Reformen

Vertreter des IWF zeigten nach dem Abkommen Vertrauen in das Reformprogramm der neuen Regierung von Präsidentin Megawati Sukarnoputri. "Wir glauben, das Regierungsprogramm konzentriert sich auf die wichtigen Kernbereiche, um die Erholung der indonesischen Wirtschaft zu stützen", sagte Anoop Singh vom IWF. "Ich glaube, Indonesien sollte und könnte in einigen Jahren wieder zu Wachstumsraten zwischen fünf und sechs Prozent zurückkehren."

Heuer werde ein Wachstum von drei bis 3,5 Prozent angestrebt. Singh prognostizierte eine Inflationsrate von unter zehn Prozent in diesem Jahr (derzeit 13 Prozent), mit weiter sinkender Tendenz im Jahr 2002. (Reuters, DER STANDARD, Printausgabe 28.8.2001)

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