Aktionärsschützer verlangen von Sommer Klarheit über Aktienverkäufe

27. August 2001, 12:27
posten

Telekom muss sich an Versprechen halten

Nach der Bekanntgabe eines weiteren Großverkaufs von T-Aktien haben Aktionärsschützer von Telekom-Chef Ron Sommer Klarheit über weitere Pakete gefordert, die noch auf den Markt kommen könnten. Sommer habe den Aktionären versprochen, dass in diesem Jahr maximal 100 Mill. Aktien auf den Markt strömen könnten, sagte Marc Tümmler von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) am Montag in Frankfurt am Main der Nachrichtenagentur AFP. Mit dem Fall weiterer Haltefristen Anfang September und Anfang Dezember stehe nun zu befürchten, dass diese Zahl deutlich überschritten werde.

Am Sonntag hatte die Telekom bekannt gegeben, dass der finnische Telefonkonzern Sonera in den vergangenen Wochen 21,9 Mill. Aktien auf den Markt gebracht hatte. Nach Angaben der Telekom ging der Verkauf im Juli und August in kleinen Paketen über die Bühne; durchschnittlich kassierte Sonera 25,75 Euro (354,33 S) je T-Aktie. Zuvor hatte bereits die Deutsche Bank im Auftrag des Großaktionärs Hutchison Whampoa ein Paket von 44 Mill. T-Aktien verkauft und damit den Kurs des Papiers stark unter Druck gesetzt. Zum 1. September und zum 1. Dezember laufen Haltefristen für weitere rund 500 Mill. T-Aktien aus. Die hoch verschuldete Sonera hatte bereits angekündigt, sich spätestens bis Jahresende von den ihr nun noch verbleibenden 50 Mill. T-Aktien zu trennen.

"Sommer hat im Mai vor 10.000 Aktionären gesagt, dass die Pakete, die auf Markt strömen könnten, längst untergebracht sind", erinnerte Tümmler gegenüber AFP. Die Anleger hätten "leidvoll erleben" müssen, dass dies nicht der Fall sei. Die Telekom müsse sich vorwerfen lassen, "dass es zu solchen Fehlentwicklungen gekommen ist." Sommers Äußerungen hätten die die Aktionäre "so verstehen können, dass insgesamt nur 100 Milllionen Aktien verkauft werden", sagte Tümmler. "An dieser Vorgabe muss man sich jetzt messen lassen." Eigentlich könne da "ja nicht mehr viel kommen."

Marktschonend

Positiv an dem Verkauf der von Sonera gehaltenen T-Aktien sei, dass diese von der beauftragten Investmentbank Dresdner Kleinwort Wasserstein "marktschonend" platziert worden seien, sagte Tümmler. "Da muss man dem Institut wirklich gratulieren." Anders als bei den Verkäufen durch die Deutsche Bank sei der Kurs der Telekom "nicht durch Ungeschicktheit und Tölpelhaftigkeit" unter Druck gesetzt worden. (APA/AFP)

  • Bild nicht mehr verfügbar
Share if you care.