Ifo: Trotz besserer Stimmung kein breiter Aufschwung

27. August 2001, 12:23
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Deutschland: Erste positive Signale aus der Industrie - Probleme am Bau und im Handel

München - Trotz einer leicht verbesserten Stimmung in der deutschen Wirtschaft sieht das ifo Institut noch keine Anzeichen für einen breiten Aufschwung. In Branchen wie der Bauwirtschaft und dem Einzelhandel rechneten die Unternehmen wegen der anhaltenden Flaute mit weiteren Stellenstreichungen, teilte das ifo Institut für Wirtschaftsforschung in seinem Konjunkturtest für den Monat Juli mit. In der Industrie dagegen gebe es erste positive Signale. Der ifo-Geschäftsklimaindex war in der vergangenen Woche entgegen den Erwartungen erstmals seit Jänner wieder leicht angestiegen.

Das Geschäftsklima im verarbeitenden Gewerbe in Westdeutschland hat sich erstmals seit Ende vergangenen Jahres leicht verbessert. Dieser positive Trend hat allerdings noch nicht den Investitions- und den Geschäftsgüterbereich erfasst. Insgesamt aber blickt die westdeutsche Industrie nach ifo-Angaben weniger skeptisch in die Zukunft als bisher. In den neuen Bundesländern verbesserte sich die Geschäftslage in der Industrie nach einem Einbruch im Juni deutlich. Selbst die im Westen angeschlagene Investitionsgüterbranche erfreut sich im Osten einer guten Geschäftslage, ergab der Konjunkturtest.

Schlechte Auftragslage für BauwirtschaftB

Die Bauwirtschaft leidet in West und Ost dagegen weiter unter einer schlechten Auftragslage. In der Folge sind die Gerätekapazitäten laut ifo nur zu knapp zwei Dritteln ausgelastet. Zudem stehen die Preise stark unter Druck. Auch der Blick in die Zukunft verheißt nichts Gutes: Die Geschäftserwartungen der kommenden Monate sind den Angaben zufolge zunehmend pessimistisch. Die Unternehmen planten weitere Stellenkürzungen, vor allem in den alten Bundesländern.

Während der Großhandel in den alten Bundesländern der Umfrage zufolge positiv in die Zukunft blickt, haben sich die Geschäftserwartungen in Ostdeutschland weiter eingetrübt. In der Folge rechnen ein Fünftel der ostdeutschen Großhandels-Unternehmen mit einem fortschreitenden Personalabbau. Die gesamte Branche leidet laut ifo unter mangelnden Möglichkeiten, den Umsatz durch Preisanhebungen anzukurbeln.

Der Einzelhandel befindet sich dem ifo-Konjunkturtest zufolge in ganz Deutschland weiter im Abschwung. Die Umsätze lagen in den alten Bundesländern zwar noch leicht im Plus, in den neuen erreichten sie das Vorjahresniveau aber nicht. Die Unternehmen litten unter den wachsenden Lagerbeständen. Insgesamt blickt die Branche laut ifo negativ in die Zukunft und schließt daher auch sinkende Belegschaftszahlen nicht aus. (APA/dpa)

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