Mutter muss Tod ihres Kleidkindes vor Gericht verantworten

27. August 2001, 13:27
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Todesursache: Bub vertrocknete

Linz - Der qualvolle Tod eines Kleinkindes heuer in der Faschingszeit in Wels steht im Mittelpunkt eines Prozesses am kommenden Freitag. Angeklagt ist die Mutter, ihr wirft die Anklage "Quälen und Vernachlässigen eines Unmündigen" mit Todesfolge vor. Weil keine Anzeichen dafür vorlagen, dass die Frau in Tötungsabsicht handelte, verzichtete die Staatsanwaltschaft auf eine Mordanklage.

Die 19-jährige Mutter aus Wels hatte am Faschingsdienstag ihren eineinhalb Jahre alten Buben Marcel allein im Gitterbett in der Wohnung zurück gelassen und war feiern gegangen. Sie kümmerte sich tagelang nicht oder nicht ausreichend um das Kleinkind. Der Bub starb, wie das Gutachten des Gerichtsmediziners ergab, an Austrocknung.

Die Staatsanwaltschaft geht auf Grund verschiedener Gutachten davon aus, dass die 19-Jährige keine Tötungsabsicht hatte und hat deshalb keine Mordanklage erhoben. Die junge Frau dürfte - während der Kindesvater eine Haftstrafe verbüßte - mit der "Mutterrolle überfordert" gewesen sein, sie habe dieser Aufgabe auch "nicht genügend Aufmerksamkeit" geschenkt. Ihr Verhalten könnte im Zusammenhang mit ihrer Drogensucht gestanden haben.

Die 19-Jährige bereut ihre Tat, sie hat nach eigenen Angaben den Tod ihres Sohnes bis jetzt nicht überwunden. Bei einer Verurteilung wegen "Quälens und Vernachlässigens eines Unmündigen" mit Todesfolge beträgt der Strafrahmen bis zu zehn Jahre. (APA)

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