Grazer ÖH- Finanzen: Bundes- AG begleicht Rechnungen

27. August 2001, 17:29
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"Sechsstellige Beträge" überwiesen - Gehrer schaltet Kontroll- Kommission ein

Graz - Zusätzlich zu dem angeblich von Grazer AG-Funktionären bereits beglichenen Betrag hat die Aktionsgemeinschaft am Montag laut deren Bundesobmann Stephan Leisner einen weiteren Betrag in "sechsstelliger Größenordnung" auf das Konto der ÖH der Uni Graz überwiesen. "Wir mussten am Wochenende feststellen, dass tatsächlich ohne das Wissen der Aktionsgemeinschaft auf AG lautende Rechnungen Eingang in die ÖH Uni Graz-Buchhaltung gefunden haben", so Leisner in seiner Aussendung. Über die konkrete Höhe wollte sich der AG-Sprecher nicht äußern. Nun will man "Schritte" setzen, um das Geld von den "verantwortlichen Einzelpersonen" zurückzuerhalten.

Leisner: AG rechtlich nicht dafür verantwortlich

Obwohl, wie Leisner betonte, die Aktionsgemeinschaft rechtlich dafür nicht verantwortlich sei, habe man vorerst den Betrag beglichen: "Die Aktionsgemeinschaft wird aber Schritte setzen, um das Geld von den verantwortlichen Einzelpersonen zurück zu bekommen", fügte der Bundesobmann hinzu.

Insgesamt war die AG am Montag bemüht, die Finanzaffäre als einen "absoluten Einzelfall" darzustellen. Nach "intensiven Prüfungen am Wochenende" sei man zu dem Ergebnis gekommen, dass die Vorwürfe "nur einige wenige Einzelpersonen", betreffen würden, erläuterte Stephan Leisner. "Leider wird dadurch das Image der gesamten ÖH in Misskredit gebracht", so der AG-Bundessprecher, der betonte, dass "99,99 Prozent aller Mitarbeiter österreichweit garantiert mit Veruntreuung oder ähnlichen missbräuchlichen Vorgängen nichts zu tun" hätten.

"Absolut unschuldig"

"Sehr positiv" wird von Leisner gewertet, dass die Kontrollkommission die Finanzgebarung in Graz genau durchleuchtet: "Es liegt in unserem und auch im Interesse der Studierendenvertretung, dass hier rasch und schnell gehandelt wird." Aus der Sicht des Bundesobmanns ist es außerdem "unbedingt notwendig, dass sich die Betroffenen im Sinne der raschen Aufklärung zu den erhobenen Vorwürfen gegenüber der Öffentlichkeit und den Studierenden äußern".

Die Vorsitzenden der Bundes-ÖH Anita Weinberger und Andrea Mautz werden am Montag Nachmittag nach Graz kommen, um vor Ort ein Bild von den Vorwürfen machen. Laut Angaben der ÖH-Führung haben die Alt-Funktionäre der Grazer AG von den angeblichen 1,2 Millionen Schilling Schaden etwa 700.000 Schilling bereits aus eigener Tasche zurückbezahlt. Wer von der früheren ÖH-Führung tatsächlich aus eigener Tasche zurück gezahlt hat, bleibt vorerst weiter offen: Weder Ex-ÖH-Chef Sebastian Berka noch seine beiden Stellvertreter wollen dies gewesen sein. Berka hatte gemeint, er sei "absolut unschuldig" und sehe keinen Anlass, der ÖH etwas zurück zu zahlen.

Gehrer begeht Aufklärung

VP-Bildungsministerin Elisabeth Gehrer (V) gab am Montag offiziell bekannt, das die ÖH-Kontrollkommission bereits in den Fall eingeschaltet wurde. Es sei ihr "wichtig, dass die Vorwürfe restlos aufgeklärt werden", so die Ministerin über den Verdacht der missbräuchlichen Verwendung von Geldern. Schließlich gehe es darum, "das Vertrauen der Studierenden in die ÖH zu erhalten".

Der Rechnungsabschluss der ÖH und sämtlicher Hochschülerschaften wird routinemäßig von Wirtschaftstreuhändern überprüft. Darüber hinaus kann eine Prüfung der Haushaltsvorschriften auch von der Kontrollkommission vorgenommen werden. Sie setzt sich aus Vertretern der Studierenden, des Finanz- und Bildungsministeriums zusammen. (APA)

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