6.500 Bankomaten laden zum Euro ein

27. August 2001, 11:15
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Umstellung der rund 2.600 Bankomaten startet am Silvestertag um 17:00 Uhr

Wien - Den zu Jahresende voraussichtlich rund 6.500 österreichischen Bankomaten und Geldausgabeautomaten in den Foyers der Banken kommt eine zentrale Rolle bei der Verteilung im Zuge der Euro-Bargeldumstellung zu: Viele Österreicher werden die neuen Euro-Scheine erstmals nach dem Besuch eines Geldautomaten in Händen halten, denn die Banken sind am Neujahrstag geschlossen. Ewald Judt, Geschäftsführer der für die Bankomaten zuständigen Europay, rechnet in der Nacht von 31. Dezember 2001 auf den 1. Jänner 2002 jedenfalls mit einem Ansturm auf die Bankomaten.

Befüllt werden die Bankomaten am Silvestertag. Gestartet wird um 17 Uhr, so Judt. Dabei wird zunächst die Hälfte der Bankomaten in Österreich außer Betrieb gehen. Die Umrüstung wird rund zwei bis drei Stunden dauern. Ist dies abgeschlossen, wird die andere Hälfte von Schilling auf Euro umgerüstet. Um 24 Uhr werde die Euro-Umstellung bei allen Bankomaten in ganz Österreich abgeschlossen sein.

Bankomatkarten sind schon eurofähig

Die Bankomatkarten werden jedenfalls Euro-fähig sein, sie werden bei der ersten Transaktion automatisch auf Euro umgestellt. Der Kunde braucht nichts tun.

Pro Bankomat werden zwei Geldkassetten mit je 2.200 Zehn-Euro bzw. Hundert-Euro Scheinen bestückt. In Österreichs Bankomaten werden also für die Erstversorgung mit dem neuen Geld in der ersten Tranche allein in die Bankomaten Banknoten im Wert von rund 630 Mill. Euro (8,7 Mrd. S) gesteckt.

Mit dem Euro kann auch mehr Bargeld abgehoben werden. Sind es derzeit in der Regel maximal 5.000 S (363 Euro) pro Tag, werden es ab Beginn des nächsten Jahres 400 Euro (5.504 S) sein.

Zehn-Euro-Scheine werden ausgegeben

Ausgegeben werden am Bankomat zumindest in der Anfangsphase vor allem Zehn-Euro-Scheine, um die Wechselgeldproblematik in Grenzen zu halten. Will man also beispielsweise 190 Euro abheben, so gibt der Automat nur "Zehner" und keinen "Hunderter" aus. Erst ab einem Behebungsbetrag von 200 Euro bekommt man auch Hundert-Euro-Scheine.

Im Einsatz sind bei der Bankomat-Umstellung am Silvestertag 2001 österreichweit voraussichtlich rund 10.000 Bankmitarbeiter. Dabei wird es voraussichtlich keine "fliegenden Truppen" geben, sondern in jeder Zweigstelle müssen zwei Filialmitarbeiter die Umstellung vornehmen. Eine Regelung über die Euro-Umstellung für die Bankmitarbeiter ist derzeit aber noch ausständig. Gewerkschaft und Arbeitgebervertreter haben sich noch nicht über Bezahlung und Arbeitszeitrahmen geeinigt.

Zu den 2.600 Bankomaten kommen noch rund 3.900 Geldausgabeautomaten in den Foyers der Kreditinstitute dazu. Deren Umstellung ist Sache der Banken. Voraussichtlich dürfte zumindest die Hälfte der Foyerautomaten bereits ab Mitternacht Euro-Scheine ausgeben. (APA)

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