Führer von marxistischer PLO-Teilorganisation bei Raketenangriff getötet

27. August 2001, 16:38
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Mustafa befand sich im Büro der "Volksfront für die Befreiung Palästinas"

Ramallah - Bei einem israelischen Raketenangriff ist am Montag im Westjordanland der Führer der marxistischen PLO-Teilorganisation "Volksfront für die Befreiung Palästinas" (PFLP), Abu Ali Mustafa, getötet worden. Nach palästinensischen Angaben wurde Mustafas Büro in Ramallah von drei aus zwei Armeehubschraubern abgefeuerten Raketen getroffen. Mustafa war vor eineinhalb Jahren aus dem syrischen Exil in die Palästinensergebiete zurückgekehrt. Die PFLP kündigte Rache an. "Diese Tat wird nicht ungestraft bleiben", erklärte PFLP-Politbüromitglied Maher Taher.

Israel wirft der PFLP vor, in den vergangenen Wochen zwei Autobomben in Jerusalem abgestellt zu haben, die jedoch nicht explodierten. Zudem sollen Aktivisten der Gruppe an bewaffneten Überfällen auf Israelis beteiligt gewesen sein. Das Büro Mustafas liegt in unmittelbarer Nähe des Büros von Präsident Yasser Arafat. Nach dem Angriff kursierte in Ramallah zunächst das Gerücht, Israels Armee habe Arafats Büro zerbombt.

An der Spitze der 1967 gegründeten "Volksfront für die Befreiung Palästinas" (PFLP) hatte Abu Ali Mustafa im Vorjahr den Gründer der Organisation, den Arzt Georges Habash, einen langjährigen Gegenspieler Arafats, abgelöst. In den siebziger Jahren machte die marxistische PFLP mit einer Reihe von Flugzeugentführungen auf sich aufmerksam. Von ihr spaltete sich die "Demokratische Front für die Befreiung Palästinas" (DFLP) unter Nayef Hawatmeh ab. (APA/dpa/Reuters)

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