Italienischer Tabakmonopolist Eti soll verkauft werden

27. August 2001, 09:13
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Auländische Konzerne stellen sich schon an

Mailand - Die im Juli vergangenen Jahres in eine Aktiengesellschaft umgewandelte Ente Tabacchi Italiani SpA (Eti), die sich im Juni für einen Einstieg bei der Austria Tabak AG (AT) interessiert hat, steht nun selbst vor der Privatisierung. Mit dem Beginn des Ausschreibungsverfahrens, das einen Zuschlag im Wege von Direktverhandlungen vorsieht, wird Ende dieses Monats gerechnet.

Zahlreiche ausländische Bewerber wie British American Tabacco, Japan Tabacco, Imperial Tabacco und die Käufergemeinschaft der spanischen Tabacalera und der französischen Seta namens Altadis haben bereits ihr Interesse an dem von Maurizio Basile geleiteten Tabakmonopol angemeldet. Für die Zigarrensparte dürfte sich auch Swedish Tabacco interessieren. Als einzige italienische Bewerberin bekannt ist bisher eine unter Federführung des Industriellen Piofrancesco Borgehetti stehende Gruppe, der neben Interbanca, 21Investimenti (Benetton), De Agostini und Borghetti & C.(Consulting) eine Vielzahl einheimischer Bank- und Industrieunternehmen angehören. Auch der italienische Tabakhändlerverband Federazione Italiana dei Tabacai (Fit) soll sich diesem Konsortium anschließen wollen.

Was die Eti besonders attraktiv macht, sind die landesweit 58.000 Tabakläden, die neben dem Verkauf von Rauchwaren auch als Lottoannahme-, Fahrkarten- und Briefversandstellen dienen. Die Eti hat im vergangenen Jahr bei 1.785 Mrd. Lire (922 Mill. Euro/12,69 Mrd. S) Umsatz einen Reingewinn von 35,1 Mrd. Lire erzielt. Der Noch-Staatsmonopolist, der neben den vier Eigenmarken (Ms, Club, Linda, Nazionali) auch in Lizenz für Philipp Morris (Diana, Marlboro, Muratti, Mercedes) produziert, umfasst elf Fabriken mit insgesamt 7.000 Mitarbeitern. Im vergangenen Jahr hatten 47 Mill. kg Zigaretten und 500 Tonnen Zigarren die Werkstore verlassen. (APA)

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