Bombenanschlag auf Polizeihauptquartier in Tschetschenien

26. August 2001, 16:07
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Beide Täter und ein Zehnjähriger getötet - Sprengsatz explodierte vorzeitig

Moskau - Bei einem missglückten Bombenanschlag auf ein russisches Polizeihauptquartier in Tschetschenien sind am Wochenende beide Täter und ein zehnjähriger Bub ums Leben gekommen. Elf weitere Personen, darunter auch die Mutter des Buben, wurden verletzt. Wie der Sprecher der Nordkaukasus-Abteilung im russischen Innenministerium, Wladimir Matjuschkin, am Sonntag mitteilte, wollten die beiden Täter eine Plastiktüte mit der Bombe auf das Hauptquartier einer Spezialpolizeitruppe in Gudermes werfen, wobei der Sprengsatz vorzeitig explodierte.

Der Anschlag ereignete sich nach Angaben der russischen Nachrichtenagentur Interfax auf dem Marktplatz der zweitgrößten Stadt in der nach Unabhängigkeit von Russland strebenden Kaukasusrepublik. Dort liegt auch das Hauptquartier einer Spezialeinheit des russischen Innenministeriums.

Sämtliche Einwohner werden kontrolliert

In Gudermes befindet sich nach der weitgehenden Zerstörung der Hauptstadt Grosny auch der Sitz der russischen Verwaltung Tschetscheniens. Gudermes war am Sonntag völlig von der Außenwelt abgeriegelt. Polizisten und Soldaten kontrollierten die Papiere aller Bürger. Bis Sonntagmittag wurden zehn Verdächtige festgenommen.

Bereits am Freitag explodierten in Bujanaksk in der benachbarten Provinz Dagestan zwei Sprengkörper. Dabei wurden einige Gebäude leicht beschädigt, aber niemand verletzt. Eine dritte Bombe ging nicht hoch und wurde entschärft. Die russischen Behörden machten tschetschenische Separatisten für die Anschläge verantwortlich. Militärangaben zufolge töteten russische Soldaten innerhalb von 24 Stunden 20 tschetschenische Untergrundkämpfer. Im selben Zeitraum kamen zehn russische Soldaten ums Leben. (APA/AP)

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