Goldmedaille für Österreichs Ruderer

27. August 2001, 09:43
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Leichtgewichts-Vierer gelingt Sensation bei den Weltmeisterschaften

Luzern - Ein Jahr nach der Riesenenttäuschung bei den Olympischen Spielen in Sydney katapultierte sich mit dem Leichtgewichts-Vierer ohne Steuermann Österreichs Rudersport wieder aus der Versenkung und bei den Weltmeisterschaften auf dem Rotsee in Luzern zur Goldmedaille. Schlagmann Martin Kobau vom RV Villach, Wolfgang Sigl vom RV Ottensheim, Bernd Wakolbinger von Wiking Linz und Sebastian Sageder von Donau Linz holten sich mit einer taktischen Meisterleistung und nach tollem Duell mit den favorisierten Dänen Rang eins, während sich Olympiasieger Frankreich mit Bronze zufrieden geben musste.

"Wir sind auf die Goldmedaille gefahren!", lautete der überglückliche Kommentar von ÖRV-Cheftrainer Martin Kessler nach dem Triumph seiner Schützlinge. Die Taktik ("Wir haben alles riskiert") der beim Start ("den haben wir aber intensiv trainiert") oft bis zu einer Länge ("Diesmal war es nur eine halbe") verlierenden Renngemeinschaft ist voll aufgegangen. "An den Dänen auf den ersten 1000 m dranbleiben und auf dem dritten 500er anzugreifen", hatten sich Kobau und Co vorgenommen und das funktionierte auch. "Wenn du dann vorne bist und spürst, dass du es schaffen kannst, dann machst du alles richtig", meinte Kessler zur perfekten Fahrt seiner Mannschaft. Diese hatte schon mit dem sicheren Vorlaufsieg und Rang zwei im Halbfinale (knapp hinter den Dänen) aufgezeigt.

81 Hundertstel Vorsprung

Mit Sebastian Sageder ("für mich ist alles wie ein Traum"), der vor wenigen Wochen vom Doppelzweier in den Vierer als Bugmann aufrückte, hatte Kessler wohl auch den richtigen Griff getan, nachdem zum Saisonbeginn Christoph Engl und später Juliusz Madecki diesen Platz eingenommen hatten. Bei der Wiener Weltcup-Regatta waren die Dänen den Österreichern (ohne Sageder) noch weit enteilt. Diesmal lagen sie nach 500 m um 89 Hundertstel, nach 1000 um 54 voran, nach 1500 führten aber schon die Österreicher (plus 0,60), die bis ins Ziel ihren Vorsprung sogar auf 81 Hundertstel ausbauten. Die anderen Boote vermochten in diesen Zweikampf nie einzugreifen. "Diesen Erfolg haben wir gebraucht, sie sind wie Götter gefahren", jubelte ÖRV-Präsident Peter Pointner.

Dem ansonsten als andere als schweigsamen Martin Kobau fehlten fast die Worte, "aber endlich hat sich das jahrelange harte Training ausgezahlt". Wolfgang Sigl, der ja schon drei Mal den WM-Titel auskosten durfte, meinte, "wenn notwendig hätten wir im Finish noch etwas draufgeben können" und sein Hintermann Bernd Wakolbinger hob die gelungene Renntaktik hervor.

21. WM Medaille für ÖRV

Mit diesem Triumph holten die Österreicher die insgesamt 21. WM-Medaille für den ÖRV seit Einführung von Weltmeisterschaften 1962 (ebenfalls in Luzern) und erste seit Bronze für den Schweren Doppelvierer (Lambing und Co) im Jahre 1998. In Gold war es die siebente und erste seit dem Hattrick von Rantasa, Schmölzer, G. Faderbauer und Sigl im Nicht-Olympischen Doppelvierer von 1993 bis 1995. Wolfgang Sigl zog somit nach Titeln mit Rantasa/Schmölzer gleich, die ebenfalls vier Mal im Siegerboot gesessen waren.

Für die übrigen ÖRV-Starter bei diesen Titelkämpfen gab es folgende Platzierungen: Rang zehn (als Vierte im Kleinen Finale) für Monika Pirker/Martina Miessgang (Nautilus/Lochau) im LG-Doppelzweier und für den LG-Doppelvierer mit Monika Felizeter (Lochau), Michaela Taupe (Nautilus), Caroline Sturm (Normannen) und Karola Schustereder (Gmunden). Platz 14 schaffte Ralph Kreibich (Möve Salzburg) im Schweren Männer-Einer, Rang 15 erreichten Uwe Daxböck/Juliusz Madecki (Lia Wien/Normannen) im LG-Doppelzweier. (APA)

  • MÄNNER - LG-Vierer ohne:

    1. Österreich 5:53,55
    2. Dänemark + 0,81
    3. Frankreich 2,00
    4. Italien 4,39
    5. Kanada 6,14
    6. Niederlande 6,30

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