USA wollen EU von Einschränkungen für Gen-Nahrung abhalten

26. August 2001, 14:52
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EU-Vertreter berufen sich auf "grundlegende psychologische Differenzen" zwischen den Bevölkerungen

Washington - Die USA drängen die Staaten der Europäischen Union, auf neue Einschränkungen für Nahrungsmitteln mit gentechnisch veränderten Organismen (GMO) zu verzichten. Ein Abteilungsleiter des Außenministeriums sagte in der Washington Post, die im vergangenen Monat vorgestellten EU-Regeln für die Kennzeichnung und Nachverfolgbarkeit von GMOs behinderten den Handel und seien diskriminierend.

Nach amerikanischen Schätzungen blockieren sie US-Einfuhren in die EU im Wert von 60 Milliarden Schilling im Jahr und messen laut den USA mit zweierlei Maß: Amerikanisches Soja-Öl zum Beispiel müsse gekennzeichnet werden, Käse und Wein aus Europa, die mit biotechnisch hergestellten Enzymen hergestellt würden, jedoch nicht.

"Eine Illustration des amerikanischen Unilateralismus"

Es gebe potenzielle Sorgen über die jetzige Regelung in der Welthandelsorganisation (WTO), sagte der Außenamtsvertreter der Zeitung. Er werde jedem Europäer, der in sein Büro komme, sei er Handelsminister, Agrarminister oder Wirtschaftsminister, die amerikanischen Einwände vortragen. Das hätten auch bereits Landwirtschaftsministerin Veneman und der Handelsbeauftragte Zoellick getan.

Der EU-Vertreter in Washington, van der Haegen, sagte der Washington Post, die Kampagne der USA gegen die EU-Vorschriften sei "eine Illustration des amerikanischen Unilateralismus". Es gebe grundlegende psychologische Differenzen zwischen den amerikanischen Verbrauchern und denen in Europa, wo genetisch veränderte Produkte nicht akzeptiert würden. (APA)

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