Publikumsrat: Westenthaler wirft SPÖ Missbrauchsversuch vor

26. August 2001, 11:03
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"Die Glaubwürdigkeit der SPÖ in der ORF-Frage ist futsch"

Mit deutlichem Missfallen hat FPÖ-Klubchef Peter Westenthaler registriert, dass seitens verschiedener SPÖ-Vorfeldorganisationen Kandidaten für die Wahl zum ORF-Publikumsrat nominiert worden sind. Für Westenthaler ist dies "Missbrauch", wie er im Gespräch mit der APA betonte: "Eigentlich ist das skandalös, wie die SPÖ schon wieder versucht, sich den ORF unter den Nagel zu reißen." Der Klubchef findet aber auch einen aus seiner Sicht positiven Aspekt: "Jetzt soll niemand mehr daherkommen und das Gesetz kritisieren, weil sie's weidlich ausnutzen."

"Doppelzüngigkeit"

"Wieder wird versucht, dass sich die SPÖ über ihre Satellitenvereine die Macht sichert", so der Klubchef. Vom Publikum würden zwar lediglich sechs der 35 Mitglieder des Publikumsrates gewählt. Allerdings kämen drei dieser sechs in den Stiftungsrat, dort könnten sie "ordentliche Macht ausüben, weil sie ja drei Stimmen für die neue Führung bedeuten".

In den Augen Westenthalers spricht diese Vorgangsweise für die "Doppelzüngigkeit" von SPÖ-Chef Alfred Gusenbauer und Klubobmann Josef Cap. Beide hätten der Regierung vorgeworfen, den ORF nicht zu entpolitisieren - "und was passiert jetzt: Flugs bei der ersten Gelegenheit entsendet die SPÖ Parteikandidaten von ihren Organisationen". Auch die Kritik am Wahlmodus per Fax habe sich mit der regen Beteiligung wohl erübrigt.

Eine Frage von "Anstand und Moral"

Seitens politischer Parteien für die Wahl niemanden zu kandidieren, ist für Westenthaler eine Frage von "Anstand und Moral". Dementsprechend halte er auch nichts davon, dass der ÖVP-Seniorenbund Kandidaten namhaft gemacht hat. Seitens der FPÖ und nahestehender Organisationen werde jedenfalls niemand aufgestellt: "Wir wollen entpolitisieren und nicht Parteileute reinschicken. Ich hoffe sehr stark, dass die Wähler das auch sehen."

Insgesamt sei die Publikumswahl angesichts der zahlreichen Kandidaturen ein Erfolg, betonte der Klubchef. (APA)

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