Volkswagen-Streik in Mexiko geht in die zweite Woche

26. August 2001, 21:51
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Weiter keine Aussicht auf Beilegung des Lohnkonflikts - Arbeitsminister greift ein

Mexiko - Ohne Aussicht auf eine baldige Lösung geht der Streik im Volkswagen-Werk in Mexiko in die zweite Woche. Gewerkschaftschef Jose Rodríguez warf dem Leiter der Schlichtungskommission der Regierung, Emilio Gomez vor, die jüngste Verhandlungsrunde zum Scheitern gebracht zu haben.

Die Arbeitgeber hatten ihr Angebot zuvor deutlich erhöht und zehn Prozent mehr Lohn sowie eine Erhöhung der Sozialleistungen um sechs Prozent angeboten. Ursprünglich hatten die Vertreter der Beschäftigten 21 Prozent mehr Lohn für die rund 12.500 Arbeiter des VW-Werkes in Puebla gefordert, während VW nur sieben Prozent mehr Lohn anbot.

Die Beschäftigten des Werks in Puebla rund 100 Kilometer östlich der Hauptstadt hatten vor einer Woche ihre Arbeit niedergelegt, nachdem Tarifverhandlungen gescheitert waren. Volkswagen verweist darauf, mit durchschnittlich 1090 US-Dollar (1197 Euro/16471 S) im Monat die höchsten Löhne in der mexikanischen Autoindustrie zu zahlen. In Puebla baut Volkswagen das neue Käfer-Modell, das in 80 Länder exportiert wird. Nach Schätzungen von Experten gehen dem Konzern durch den Streik täglich 25 Millionen Dollar verloren. (APA)

In Mexiko wird sich nach Angaben der Gewerkschaft in die von Streiks begleiteten Lohnverhandlungen zwischen Volkswagen und den Arbeitern der VW-Werks Puebla nun auch die Regierung des Landes einschalten. Arbeitsminister Carlos Abascal habe zugestimmt, direkt in den Konflikt einzugreifen, nachdem die Gewerkschaft zuvor die Ablösung eines von der Regierung eingesetzten Vermittlers gefordert habe, sagte Jose Luis Rodriguez, Sprecher der Arbeitnehmervertretung. Volkswagen teilte mit, bisher durch den Streik 8.900 Fahrzeuge weniger produziert zu haben. Damit habe der Konzern seit Beginn der Arbeitsniederlegung am Samstag vor einer Woche täglich rund 30 Mill. Dollar (32,9 Mill. Euro/453 Mill. S) an potenziellen Umsätzen eingebüßt.
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