Taliban-Chef verbietet Internet-Zugang

26. August 2001, 21:32
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Mullah Mohammad Omar behält den einzigen Anschluss im Land

Das Oberhaupt der radikal-islamischen Taliban-Regierung Afghanistans, Mullah Mohammad Omar, hat den Afghanen jeglichen Zugang zum Internet verboten. Nur das Büro Omars dürfe künftig noch über einen Internet-Zugang verfügen, hieß es in einem Erlass, der am Samstag im Taliban-Rundfunksender, Radio Shariat, verlesen wurde. Ein "vertrauenswürdiger Mann" werde dort am Computer sitzen. Regierungsbüros, die aus sachlichen Gründen eine Internet-Verbindung benötigten, müssten dies in Zukunft schriftlich beim Büro des Taliban-Chefs beantragen.

Verstöße werden "unnachsichtig geahndet"

Das von den ultrareligiösen Taliban ins Leben gerufene Ministerium zur Förderung der Tugend und Verhütung des Lasters und ihre Religionspolizei werde die Einhaltung der Internet-Anweisung überwachen und Verstöße unnachsichtig ahnden, hieß es in der Erklärung.

Wenig Telefonleitungen vorhanden

Der größte Teil der Infrastruktur Afghanistans wurde in mehr als zwei Jahrzehnten Bürgerkrieg zerstört. Im Land bestehen nur wenige Telefonleitungen, mit dem Ausland gibt es nahezu keine Telefonverbindung. Die in Afghanistan tätigen ausländischen Hilfsorganisationen benutzen deshalb Satellitentelefone, um mit der Heimat in Kontakt zu treten.(APA/Reuters)

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