Italiens CDU-Chef Buttiglione fordert erneut Reform des Abtreibungsrechts

25. August 2001, 17:58
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Dafür verzichtet er notfalls auf sein Amt

Rom - Italiens Christdemokraten (CDU) haben wieder für eine Änderung des Abtreibungsparagrafen 194 plädiert. Eine Reform des Paragrafen sei im Sinne des Lebensschutzes "unverzichtbar", betonte Europa-Minister und CDU-Chef Rocco Buttiglione am Samstag beim "Meeting für die Freundschaft unter den Völkern" in Rimini. Er mache diesen Vorschlag als Christdemokrat, nicht als Regierungsmitglied, nehme für seine Intiative notfalls aber den Amtsverzicht in Kauf, berichtete Kathpress.

Unterstützung für bedürftige Frauen

Konkret empfahl Buttiglione, wie bereits kurz nach seinem Amtsantritt im Juni dieses Jahres, eine monatliche staatliche Unterstützung in Höhe von umgerechnet rund 7.000 Schilling für bedürftige Frauen, die sich innerhalb der vor einem Eingriff vorgeschriebenen Bedenkzeit für ein Austragen des Kindes entscheiden. Dadurch ließen sich jährlich bis zu 10.000 Abtreibungen verhindern, hob er hervor. Der Vorschlag stieß - wie schon Mitte Juni - sofort auf Kritik von Seiten der Opposition, insbesondere der ex-kommunistischen PDS.

Das 1978 gegen den Widerstand insbesondere der Kirche beschlossene Abtreibungsgesetz sieht einen straffreien Abbruch innerhalb der ersten 90 Tagen vor, "wenn die Fortsetzung der Schwangerschaft, die Geburt oder die Mutterschaft eine ernste Gefahr für die physische oder psychische Gesundheit" der Frau darstellt. (APA)

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