Palästinenser räumen öffentliche Gebäude im Gaza-Streifen

25. August 2001, 15:14
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Israelische Vergeltungsschläge befürchtet - Bush-Vorwürfe zurückgewiesen

Gaza - Die palästinensische Führung hat am Samstag aus Furcht vor israelischen Vergeltungsschlägen die Evakuierung aller öffentlichen Gebäude im Gaza-Streifen angeordnet. Die israelische Armee riegelte den Süden des Gebiets nach dem Palästinenserangriff hermetisch ab.

Israel ordnete Untersuchung an

Die israelische Armee ordnete sofort eine umfassende Untersuchung des Zwischenfalls an. Der frühere Vize-Verteidigungsminister Ephraim Sneh sagte in einer ersten Reaktion, es sei "Besorgnis erregend", dass die Angreifer bei ihrem Überfall nach dem Muster der pro-iranischen schiitischen Hisbollah-Miliz im Libanon vorgegangen seien. Hisbollah hatte der israelischen Besatzungsarmee im Südlibanon bis zum Rückzug der Israelis im Mai 2000 einen verlustreichen Guerillakampf geliefert.

Palästinenser weisen Bush-Vorwürfe zurück

Die palästinensische Führung hat die von US-Präsident George W. Bush erhobenen Vorwürfe zurückgewiesen. Informationsminister Yasser Abed Rabbo bezeichnete am Samstag in Gaza die kritischen Äußerungen Bushs als Versuch, den Dialog zwischen Palästinensern und Israelis zu stören. Die USA wollten nicht zwischen den Konfliktparteien vermitteln und verhinderten zugleich Vermittlungsversuche anderer Länder.

Rabbo spielte damit auf die Bemühungen des deutschen Außenministers Joschka Fischer an, ein Treffen zwischen Präsident Yasser Arafat und dem israelischen Außenminister Shimon Peres herbeizuführen. Bush hatte Arafat mit ungewohnt scharfen Worten angegriffen. Er sagte am Freitag auf seiner Ranch in Texas: "Wenn die Palästinenser am Dialog (mit Israel) interessiert sind, dann würde ich Herrn Arafat dringend empfehlen, sich mit hundertprozentigem Einsatz um ein Ende der terroristischen Aktivitäten zu bemühen." (APA/dpa/Reuters)

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