Landwirtschaft leidet unter Dürre

25. August 2001, 13:54
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Schwere Schäden im Osten und Süden Österreichs - Hilfsprogramme angelaufen

St. Pölten/Graz/Linz/Salzburg/Innsbruck - Die seit Wochen anhaltende Hitze- und Trockenperiode hat im Osten und Süden Österreichs zu teils enormen Ertragseinbußen beim zweiten und dritten Grasschnitt geführt. In Teilen Niederösterreichs, der Steiermark, in Kärnten und im Burgenland soll nun eine Sondererlaubnis der EU, Grünbracheflächen hauptsächlich für den Eigenbedarf abzuernten, Linderung bringen. Die Niederösterreichische Landwirtschaftskammer hat "Futtermittelbörsen" eingerichtet.

Futtermittelbörsen

Bei diesen in allen Bezirksreferaten eingerichteten Börsen können sich ab Montag Bauern melden, die dringend Futtermittel brauchen. Das bereits zweite schwere Dürrejahr in Folge trifft Rinderbauern und die Landwirte im Süden des Bundeslandes besonders hart. Wenig Reserven seien vorhanden, erklärte Franz Raab von der Nö. Landwirtschaftskammer. In den Bezirken Baden, Bruck an der Leitha, Mödling, Neunkirchen, Schwechat, Wien-Umgebung und Wiener Neustadt dürfen für die Futtermittelgewinnung ab sofort die so genannten Stilllegungsflächen gemäht werden. Das Futter ist für den Eigenverbrauch bestimmt, darf aber auch verschenkt werden. Der Verkauf ist verboten.

Die Stillegungsflächen abmähen dürfen auch die steirischen, Kärntner und burgenländischen Landwirte - und zwar mit offizieller Genehmigung durch die EU, hatte Landwirtschaftsminister Wilhelm Molterer bereits am Donnerstagnachmittag mitgeteilt. Insgesamt sind 13.400 Betriebe in den genannten Bundesländern von dieser Erlaubnis erfasst. Genutzt werden können jene Grünflächen, die im Rahmen der "Kulturpflanzen-Ausgleichsmaßnahmen" zusammengefasst sind.

Erde weggeschwemmt

In Oberösterreich macht nicht die Dürre der Landwirtschaft zu schaffen, sondern die kürzlich niedergegangenen Gewitter mit zum Teil intensiven Regenfällen. Wie ein Sprecher der Landwirtschaftskammer mitteilte, wurde auf bereits abgeernteten Feldern die Erde weggeschwemmt. Dabei "erstickten" die noch kleinen, neuausgesäten Pflanzen oder wurden ausgerissen. Betroffen waren vor allem die Felder auf Lehmböden, die im Linzer Raum vorkommen.

Keine Dürre-Probleme werden aus Salzburg und Tirol gemeldet. Die Erträge im Grünland seien heuer sogar sehr hoch, teilte die Pressestelle der Salzburger Landwirtschaftskammer am Freitag auf Anfrage der APA mit. In Tirol rechnet man mit "normalen Erträgen". Man sei von der Dürre nicht betroffen, auch hohe Hagelschäden seien keine zu verzeichnen gewesen. (APA)

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