General Partners: Inhaftierter Gründer bestreitet Betrugsvorwürfe

25. August 2001, 12:10
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Kössner: "Habe Machenschaften der Hypo-Alpe-Adria aufgedeckt"

Wien - Wolfgang Kössner, inhaftierter Gründer und Hauptaktionär der im Immobilien- und Wertpapiergeschäft tätigen General Partners-Gruppe, versucht jetzt in die Offensive zu gehen. In einem Interview für die am Montag erscheinende Ausgabe des Nachrichtenmagazins "profil" bestreitet er die Vorwürfe, für die er seit 3. August in Untersuchungshaft sitzt. Kössner, der nach einer Sachverhaltsdarstellung des Hypo-Alpe-Adria-Vorstandes verhaftet worden war, wirft nun der Bank vor, mit dem belgischen Geschäftsmann Raoul Berthaumieu "gemeinsame Sache" gemacht zu haben, um "die Kontrolle über die gesamte General Partners-Gruppe zu erlangen".

Immobilientransaktionen

Kössner bestreitet, dass Immobilientransaktionen zwischen der börsenotierten General Partners Immobilienbesitz AG und seiner Privatstiftung - ermittelt wird unter anderem wegen des Verkaufs einer Villa am Wörthersee und des Wiener Palais Auerspergs - zu Vorzugspreisen erfolgt seien. Ebenso bestreitet der in Klagenfurt in Untersuchungshaft Sitzende, seine Hausbank Hypo-Alpe-Adria geschädigt zu haben: "Es war der Wunsch der Hypo, dass die General Partners-Gruppe Kredite in der Höhe von rund 100 Millionen Schilling aufnimmt. Das ist geschehen. Meine persönlichen Geschäftsverbindungen beziehungsweise jene der WMK Privatstiftung waren immer nur zum Vorteil der Gesellschaft."

Aufgedeckt

Zu Berthaumieu sagte Kössner, "ich kann dazu derzeit nur sagen, dass wir Machenschaften von Berthaumieu und der Hypo in der General Commerce Bank aufgedeckt haben. Dieser Sachverhalt wird noch zu untersuchen sein." "Haltlos" seien jedenfalls Vorwürfe, Kössner habe über die insolvente Wertpapierhandelsgesellschaft General Commerce Bank, vormals WMP Bank, ein Wertpapiergeschäft mit der Creditanstalt im Gegenwert von 80 Mio. S. platzen lassen. Kössner: "Diese geplatzten Geschäfte sind auf das Engagement von Herrn Berthaumieu zurück zu führen. Es gab eine Reihe von Gesprächen mit der CA, die Lösungsvorschläge wurden jedoch nicht akzeptiert."

Das "Wirtschaftsblatt" wiederum zitiert in seiner Samstag-Ausgabe aus einem Schreiben des Hypo-Vorstands an einen Vizedirektor der Creditanstalt, datiert mit 1. Dezember 2000: "Zur General- Partners-Gruppe ist festzuhalten, dass auch diesbezüglich Herr Berthaumieu anscheinend Interessen hat, die Angelegenheit zu regeln. ...Herr Berthaumieu erklärte uns gegenüber, dass er bereit ist, diese Vermögenswerte (belgische Immobilienvermögenswerte) in die General-Partners-Gruppe einzubringen, und zwar unter folgenden Bedingungen: 'Eine gerichtliche bzw. staatsanwaltschaftliche Verfolgung von Herrn Kössner sollte bis Ende Februar 2001 hinausgezögert werden, um die entsprechenden Organbereinigungen in allen Gesellschaften durchführen zu können.'" (APA)

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