Weiterer Ire in Kolumbien festgenommen

24. August 2001, 22:05
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Verdacht der IRA-Mitgliedschaft - IRA-Angebot auch an Rechtskräfte?

Bogota - Die kolumbianischen Streitkräfte haben einen weiteren Iren unter IRA-Verdacht festgenommen. Der Mann, der sich als Kevin Crena ausgegeben habe, sei in der Nähe der demilitarisierten Rebellen-Zone im Süden des Landes gefangen genommen worden, teilte ein Militärsprecher am Freitag mit.

Der Ire habe zugegeben, in der von den FARC-Rebellen kontrollierten Zone gewesen zu sein. Allerdings habe er angegeben, dort Englisch unterrichtet zu haben. Die Behörden schlossen indes nicht aus, dass der Mann der größten Rebellengruppe des Landes Unterricht im Bombenbau erteilt haben könnte. Dies wirft die Staatsanwaltschaft auch den drei Iren Martin McCauley, James Monaghan und Niall Connolly vor, die am 11. August bei der versuchten Ausreise in der Hauptstadt Bogota festgenommen worden waren.

Sie bestreiten die Vorwürfe. In der FARC-Zone von der Größe der Schweiz, die die Regierung für Friedensverhandlungen geräumt hat, seien sie nur gewesen, weil "es dort so schön" sei und sie sich über den Stand der Friedensverhandlungen hätten informieren wollen.

Entwicklung einer Superbombe?

Allerdings waren Sprengstoffspuren in der Kleidung der drei Iren gefunden worden, und in abgehörten Funksprüchen der Rebellen soll von den Iren als Ausbildern im Umgang mit dem Sprengstoff Semtex die Rede gewesen sein. Auch die gefürchteten rechtsgerichteten "Einheiten zur Selbstverteidigung Kolumbiens" (AUC) berichteten inzwischen, einer der drei Iren habe seine Dienste angeboten.

Um die Festnahmen ranken sich zahlreiche Gerüchte. So sollen die IRA und die FARC zusammen an der Entwicklung einer Superbombe arbeiten, mit der die "Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens" (FARC) künftig Anschläge in Städten verüben wollten. (APA/dpa)

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