Durchleuchtung

24. August 2001, 20:28
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ÖGB und Industriellenvereinigung sind privat organisierte Großvereine, die von Mitgliederbeiträgen leben. Eine Prüfung durch den Rechnungshof, die Riess-Passer und Westenthaler jetzt fordern, ist Humbug. Wenn solche Institutionen geprüft werden, dann aber alle - zum Beispiel der ominöse Sozialfonds der FPÖ, in den Frau Riess-Passer einen Großteil der Differenz zwischen ihrem Vizekanzler-Bezug von über 200.000 Schilling und den 66.000 Schilling einzahlt, wie von Jörg Haider befohlen. Noch kein unabhängiger Vertreter der Öffentlichkeit hat jemals einen vernünftigen Rechenschaftsbericht über die angeblichen oder tatsächlichen Wohltaten dieses Fonds gesehen, in den alle FP-Funktionäre (angeblich) einen Großteil ihres Einkommens einzahlen müssen. Das ändert natürlich nichts daran, dass die Postgewerkschafter mit ihrer Gehaltsaufbesserung sich selbst und dem ÖGB mit einer doppelläufigen Schrotflinte in den Fuß geschossen haben. Es ändert auch nichts daran, dass ÖGB-Präsident Verzetnitsch beim Kanada-Urlaub die längste Zeit von einem Grizzly verschluckt gewesen zu sein schien. Aber wenn schon, dann auch die FPÖ-Organisationen finanziell durchleuchten. (DER STANDARD, Print-Ausgabe, 25./26..8.2001)

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