Menschenversuche

24. August 2001, 20:19
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Gericht verurteilt US-Hospital

Baltimore - "Kinder wurden ohne Wissen ihrer Eltern als Versuchskaninchen missbraucht", urteilte ein US-Gericht über einen Menschenversuch der Johns Hopkins University (Baltimore). Damit hat sich das bisher weltführende Hospital neuerlich in Misskredit gebracht.

Zunächst starb im Juni ein junger, gesunder Teilnehmer eines Tests eines Asthmamedikaments, man musste alle Menschenversuche zeitweilig einstellen. Im Juli kamen Klagen aus Indien, Johns Hopkins habe Krebskranke als Versuchskaninchen behandelt. Und nun kommt eben derselbe Vorwurf wieder.

Diesmal geht es um Blei. Johns Hopkins ließ Anfang der 90er-Jahre studieren, ob bleivergiftete Häuser nach der Sanierung gefahrlos bewohnt werden können, vor allem von Kindern: Blei stört die Entwicklung. Man sanierte Häuser, sagte den neuen Mietern aber nicht, in was sie einzogen. Zwei Eltern von Kindern, deren Entwicklung gestört wurde, klagten. (DER STANDARD, Print-Ausgabe, 25./26.8.2001, jl)

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