NATO stockt Kontingent auf

25. August 2001, 20:01
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Allianz entsendet entgegen den bisherigen Plänen 5000 Mann ins Krisengebiet

Brüssel/Wien/Berlin - Die Truppe der NATO für den Einsatz in Mazedonien wird weitaus stärker als bisher geplant, verlautete am Freitag aus dem militärischen Hauptquartier des Bündnisses für Europa (SHAPE) in der belgischen Stadt Mons. Demnach rechnen die Militärs jetzt mit 4500 bis 5000 Soldaten für die Einsatztruppe.

Der Beschluss des Nordatlantikrates sieht eine Truppenstärke von etwa 3500 Soldaten vor. Nach Informationen bei SHAPE haben jedoch einige der teilnehmenden Nationen ihren Anteil erheblich aufgestockt, vor allem durch zusätzliche Kräfte zur Selbstverteidigung und für den Nachschub. Dies sei während der zurzeit laufenden Truppenentsendung deutlich geworden, hieß es bei SHAPE. Dem Vernehmen nach hat allein Frankreich die Zahl seiner Soldaten von 530 auf 1000 erhöht.

Kein Beschluss notwendig

Diese zusätzlichen Truppen werden zum NATO-Kommando gehören, ohne dass es eines neuen Beschlusses des Nordatlantikrates bedarf, hieß es. Darüber hinaus können die Nationen weitere Soldaten unter eigener Verantwortung entsenden, die unterstützende Funktionen für das jeweilige NATO-Kontingent übernehmen, beispielsweise in der Verwaltung. Über diese Kräfte hat das NATO-Kommando keinen Überblick.

Kanada wird mit einer Aufklärungseinheit aus Bosnien-herzegowina an der NATO-Operation "Essential Harvest" teilnehmen, erklärten laut einer Aussendung der kanadischen Botschaft in Wien vor Kurzem Verteidigungsminister Art Eggleton und Außenminister John Manley. Kanada komme damit einem Wunsch von NATO-Generalsekretär George Robertson und des NATO-Oberbefehlshabers für Europa, US-General Joseph Ralston nach. Derzeit ist Kanada mit über 2150 Soldaten an internationalen Friedenseinsätzen beteiligt, darunter in Bosnien-Herzegowina, Albanien, Kosovo und Kroatien.

Endgültige Zusammensetzung in Kürze

Die endgültige Zusammensetzung der Mazedonien-Truppe für die Operation "Bedeutende Ernte" soll Anfang der Woche feststehen, wenn der dänische Kommandant Gunnar Lange die Einsatzbereitschaft zum Einsammeln der Waffen albanischer Rebellen meldet.

Die NATO hat ihre Mission "Essential Harvest" zur Entwaffnung der Albanerrebellen in Mazedonien strikt auf 30 Tage begrenzt. Während die Stationierung der Soldaten am Freitag auf Hochtouren lief, wurden die Tage allerdings noch nicht gezählt. Die Zeit beginnt erst mit der Einsatzbereitschaft der Truppe zu laufen, wie NATO-Generalsekretär Robertson bestätigte. Am Montag könnten nach Angaben eines NATO-Vertreters die ersten Waffen eingesammelt werden. Wird die Einsatzbereitschaft noch am selben Tag offiziell festgestellt, läuft das Mandat der Allianz am 25. September aus. (APA/dpa)

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